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Frauen erwarten frühzeitig weniger Gehalt
Berlin. Bereits kurz nach dem Abitur erwarten Frauen, dass sie im Alter von 35 Jahren in einem Vollzeitjob mit Hochschulabschluss ein um 15,7 Prozent niedrigeres monatliches Nettoeinkommen haben werden als Männer. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Befragung, an der auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) beteiligt ist. Für Tätigkeiten, die eine Berufsausbildung voraussetzen, ist der Gendergap in den Einkommenserwartungen mit 13 Prozent etwas geringer, wie das DIW am 19. Oktober erklärte. Fast die Hälfte der Unterschiede bei den Einkommenserwartungen zwischen Frauen und Männern geht darauf zurück, dass die weiblichen Befragten aufgrund erwarteter familiärer Verpflichtungen mit weniger Einkommen rechnen. Obwohl sich Männer gleichermaßen ausreichend Zeit für die Familie wünschen, gehen sie nicht davon aus, deshalb später Abstriche bei ihrem Erwerbseinkommen machen zu müssen. (jW)
2022-10-24T19:30:04+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/437407.frauen-erwarten-frühzeitig-weniger-gehalt.html
Pakistans Expremier Sharif freigesprochen
Islamabad. Der ehemalige pakistanische Premierminister Nawaz Sharif ist nach Angaben seines Anwalts in einem Berufungsprozess von Korruptionsvorwürfen freigesprochen worden. Die Entscheidung des Hohen Gerichts in Islamabad vom Mittwoch ist wichtig für dessen politisches Comeback. Verurteilte dürfen in Pakistan nicht für das Parlament kandidieren. Sharif war 2018 wegen Korruption in zwei Fällen zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden. Er hofft, bei den Parlamentswahlen im kommenden Februar zum vierten Mal Premierminister zu werden. 2017 musste er wegen der Korruptionsvorwürfe zurücktreten. (dpa/jW)
2023-11-29T19:30:04+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/464237.pakistans-expremier-sharif-freigesprochen.html
EU beschließt weitere Militärprojekte
Brüssel. Die EU-Staaten haben eine weitere Ausweitung der ständigen militärischen Zusammenarbeit beschlossen. In Brüssel stimmten die Verteidigungsminister am Dienstag 13 neuen Projekten zu. Unter Berliner Führung soll ein Koordinierungszentrum für Cyberabwehr aufgebaut werden. Bei anderen Vorhaben geht es um die Entwicklung eines unbemannten Systems zur U-Boot-Bekämpfung oder die Verbesserung der Ausbildung von Soldaten. Die zukünftig 47 Projekte werden über die Kooperationsplattform Pesco koordiniert. Abgesehen von Großbritannien, Malta und Dänemark sind bei der ständigen militärischen Zusammenarbeit alle EU-Staaten involviert. (dpa/jW)
2019-11-12T19:30:02+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/366665.eu-beschließt-weitere-militärprojekte.html
Erwerbslosigkeit in Südafrika auf Rekordhoch
Johannesburg. Südafrikas Erwerbslosenquote hat vor dem Hintergrund der anhaltenden Coronapandemie einen Höchststand erreicht. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres kletterte sie nach Angaben des nationalen Statistikbüros vom Dienstag auf 35,3 Prozent. Damit sind in Afrikas zweitgrößter Volkswirtschaft 7,9 Millionen Menschen erwerbslos gemeldet, gegenüber den vorangegangenen drei Monaten eine Zunahme um 278.000. Nicht erfasst ist die Zahl der Menschen, die die Jobsuche aufgegeben haben – werden sie mit eingerechnet, beträgt die Quote 46,2 Prozent. Der Kapstaat erlebt zur Zeit verheerende Auswirkungen der Coronabeschränkungen auf die Wirtschaft, die sich schon vor der Viruskrise in der Rezession befand. Südafrika kämpft seit Jahren mit ökonomischen Problemen, Korruption und einer unzuverlässigen Stromversorgung. (dpa/jW)
2022-03-29T19:30:07+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/423611.erwerbslosigkeit-in-südafrika-auf-rekordhoch.html
Bosnien: Streit um Repräsentanten
New York. Ein Streit um das Amt des Hohen Repräsentanten in Bosnien-Herzegowina hat zu einer Blockade Russlands im UN-Sicherheitsrat geführt. Moskau drohte mit einem Veto bei der turnusgemäßen Bevollmächtigung für den sogenannten Friedensimplementierungsrat, wie dpa aus Kreisen des UN-Gremiums erfuhr. Über die Erneuerung des Mandats sollte eigentlich am Dienstag in New York abgestimmt werden. Die Sitzung, bei der Exbundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CDU) planmäßig sprechen sollte, ist nun zunächst auf diesen Mittwoch nachmittag (Ortszeit) verschoben worden. Am Freitag läuft die bisherige Autorisierung des 15köpfigen Rates aus. Der Rat geht auf das Friedensabkommen von Dayton zurück, das 1995 den Sezessionskrieg in Bosnien beendete. Er ernennt den Repräsentanten. Moskau hatte zusammen mit China vor einigen Monaten vergeblich versucht, das Amt abzuschaffen, das Schmidt am 1. August antrat. (dpa/jW)
2021-11-02T19:30:02+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/413760.bosnien-streit-um-repräsentanten.html
Prozess um Drohmails: Angeklagter schweigt
Berlin. Im Prozess um bundesweite Drohmails gegen Politiker und Behörden (siehe jW vom 22.4.2020) hat der Angeklagte vor dem Berliner Landgericht eine Aussage verweigert. Am Donnerstag erklärten die Verteidiger des 32jährigen am zweiten Verhandlungstag, ihr Mandant werde schweigen. Die beiden Anwälte kündigten allerdings für einen der nächsten Prozesstage eine Verteidigererklärung an. Der Neonazi André M. aus Schleswig-Holstein soll seit Ende 2018 unter dem Absender »Nationalsozialistische Offensive« unter anderem E-Mails an Mitglieder des Bundestages verschickt und darin Anschläge angedroht haben. Die Anklage lautet unter anderem auf Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. (dpa/jW)
2020-05-07T19:30:02+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/377904.prozess-um-drohmails-angeklagter-schweigt.html
Vom Neustarten
Die Berliner Zeitung, der Tagesspiegel von Ostberlin (oder ist der Tagesspiegel die Berliner Zeitung von Westberlin?) steht vor einem »Neustart«, wie der Mediendienst Kressreport berichtet. Ab Januar zieht die Redaktion samt Verlag vom Berliner Alexanderplatz weg und hin zum Axel Springer Verlag in den sogenannten Feratti-Neubau nahe des Spittelmarkts. Und einen neuen Chefredakteur gibt es auch: Jochen Arntz löst Brigitte Fehrle ab. Er ist 51, war vor 22 Jahren Volontär des Blatts und danach für die »Seite 3« zuständig. (jW)
2016-05-20
https://www.jungewelt.de//artikel/286586.vom-neustarten.html
SNB warnt vor weniger Regulierung
Bern. Die Schweizer Notenbank SNB warnt vor einer Aufweichung der Bankenregulierung. Zwar habe sich die Widerstandskraft der Institute seit der Finanzkrise deutlich erhöht, etwa durch strengere Anforderungen bei der Kapitalausstattung, sagte SNB-Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg am Freitag auf einer Festveranstaltung in Bern. Künftige Krisen könnten aber nicht ausgeschlossen werden. »Es wäre verfrüht zu sagen, dass wir das Finanzsystem stabilisiert haben. Wir können die Reformbemühungen nicht zurückfahren«, so der SNB-Vizepräsident. Ziel müsse weiterhin sein, künftig Staatshilfen für schlingernde Banken zu vermeiden. Die US-Regierung will dagegen Forderungen aus der heimischen Bankenbranche nach weniger Vorschriften weit entgegenkommen. Das Finanzministerium in Washington hatte jüngst Pläne für mehr als 100 Änderungen an geltenden Bankenregeln vorgestellt. (Reuters/jW)
2017-06-17
https://www.jungewelt.de//artikel/312589.snb-warnt-vor-weniger-regulierung.html
Indien: Foxconn-Werk bleibt geschlossen
Chennai. In Indien bleibt die Fertigungsfabrik des I-Phone-Herstellers Foxconn nahe Chennai länger geschlossen als zunächst vorgesehen. Das seit einer Woche wegen einer Massenlebensmittelvergiftung geschlossene Werk werde weitere drei Tage nicht geöffnet, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters laut Bericht vom Montag. Inzwischen kontrolliere die Regierung die Unterkünfte der Beschäftigten. Zuletzt mussten mehr als 250 Frauen wegen einer Lebensmittelvergiftung behandelt werden. In dem Werk arbeiten rund 17.000 Menschen. Am Donnerstag sollen der anonymen Quelle zufolge rund 1.000 davon ihre Arbeit wieder aufnehmen. (Reuters/jW)
2021-12-27T19:30:05+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/417405.indien-foxconn-werk-bleibt-geschlossen.html
Film: Ein Leben
Der Komiker, Schauspieler und Regisseur Chris Rock will das Leben des US-Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. (1929–1968) verfilmen. Rock stehe mit dem Studio Universal Pictures für Regie und Produktion in abschließenden Verhandlungen, berichteten mehrere US-Medien am Donnerstag (Ortszeit). Steven Spielberg sei mit seiner Firma Amblin Partners als ausführender Produzent beteiligt. Vorlage ist die Bestsellerbiographie »King: A Life« des US-Autors ­Jonathan Eig. Der Prediger King, Anführer der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA wurde 1968 in Memphis erschossen. Rock hat seit 2003 bei drei Komödien Regie geführt, zuletzt lieferte er mit dem New Yorker Heimatfilm »Top Five« (2014) einen zynischen Blick hinter die Fassaden des Showbiz. (dpa/jW)
Film
2023-10-06T19:30:03+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/460589.film-ein-leben.html
Klinikchef besteht auf Kündigungen
Duisburg. Die Kündigungsdrohung gegen fünf Gewerkschafter im städtischen Klinikum Duisburg (jW berichtete) bleibt bestehen. Bei einem Krisengespräch zwischen Klinikleitung und Gewerkschaft am Mittwoch kam es laut ver.di zu keiner Einigung. Da der Betriebsrat die Kündigungen ablehnt, will die Klinikleitung vor dem Arbeitsgericht ein Zustimmungsersetzungsverfahren einleiten. Klinikchef Reinhard Isenberg hatte am letzten Freitag fristlose Kündigungen gegen die fünf Gewerkschafter ausgesprochen, weil sie bei einer Protestaktion am 10. März in der Klinik angeblich randaliert hätten. Mehrere hundert aufgebrachte Gewerkschafter hatten an diesem Tag gegen die Maßregelung von Pflegeschülerinnen protestiert, die an einem Solidaritätsstreik teilgenommen hatten. Die Gewerkschafter wollen Isenberg nach Angaben eines ver.di-Sprechers mit weiteren Solidaritätsaktionen »einheizen«. (jW)
2006-03-23
https://www.jungewelt.de//artikel/64526.klinikchef-besteht-auf-kündigungen.html
Panama: »Homoehe« kein Menschenrecht
Panama-Stadt. Der Oberste Gerichtshof Panamas hat nach jahrelangen Beratungen gegen gleichgeschlechtliche Ehen gestimmt. Das Eingehen einer solchen Ehe sei kein »Menschenrecht«, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil. Das Land habe homosexuelle Eheschließungen nicht zwingend anzuerkennen. Zwar sei das Recht auf diese ein legitimer Wunsch der Betroffenen, erklärten die Richter. »Es fällt aber nicht in die Kategorie Menschenrecht oder Grundrecht.« (dpa/jW)
2023-03-02T19:30:05+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/446092.panama-homoehe-kein-menschenrecht.html
Besuch: Frankreich stärkt Beziehungen mit Kuba
Havanna. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian hat am Wochenende bei einem offiziellen Besuch in Kuba den Wunsch seiner Regierung betont, die Beziehungen mit dem Karibikstaat auszubauen. Le Drian, der unter anderem mit Staatspräsident Miguel Díaz-­Canel zusammenkam, war der erste europäische Außenminister, der Kuba nach der Wahl vom April besuchte. (Xinhua/jW)
Besuch
2018-07-31
https://www.jungewelt.de//artikel/336995.frankreich-stärkt-beziehungen-mit-kuba.html
Lützerath-Räumung: Polizei zählt 600 Strafverfahren
Erkelenz. Die Zahl der Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit der Räumung des Dorfes Lützerath für die Profitinteressen des Energieriesen RWE am Braunkohletagebau Garzweiler ist rund acht Wochen danach stark gestiegen. Unter anderem durch die Auswertung von Videoaufnahmen laufen laut Polizei Aachen inzwischen mehr als 600 Verfahren, davon 150 wegen Angriffen auf Beamte. Nach Ende der Räumung hatte die Zahl aller Anzeigen noch bei 441 gelegen. Gegen Polizistinnen und Polizisten werden inzwischen 21 Ermittlungsverfahren geführt. (dpa/jW)
2023-03-22T19:30:03+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/447364.lützerath-räumung-polizei-zählt-600-strafverfahren.html
Bundeswehr-Soldat unter Terrorverdacht
Rostock. Rund 70 Polizisten haben im Raum Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern die Wohnung und ein Büro eines Bundeswehr-Angehörigen durchsucht. Der 40jährige stehe im Verdacht, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben, sagte ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft in Rostock am Montag. Die Ermittler hätten elektronische Medien und Unterlagen beschlagnahmt. Waffen oder Sprengstoff seien nicht gefunden worden. Der Verdächtige, gegen den kein Haftbefehl vorliege, habe sich kooperativ verhalten. Es gebe bislang keine Hinweise auf Komplizen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ob der 40jährige Kontakte in extrem rechte Kreise habe, könne er nicht sagen. Zuerst hatte das ARD-Magazin »Kontraste« über den Vorfall berichtet. (AFP/jW)
2020-09-14T19:30:01+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/386367.bundeswehr-soldat-unter-terrorverdacht.html
Antideutsche: Der Freund steht immer im Westen
Wir kämpfen für den Erhalt unserer Freiheit und unserer Zivilisation. Sie hat ihre Wurzeln in den Palästen der Minoer auf Kreta, in den ersten Demokratien Griechenlands, im Recht des Römischen Reiches und in der Aufklärung. Wir stehen auf den Schultern von Riesen.» Wer hat’s gesagt? Annalena Baerbock? Ursula von der Leyen? Kaja Kallas? Anne Applebaum? Timothy Snyder? Ralf Fücks? Roderich Kiesewetter? Henryk M. Broder? Thilo Sarrazin? In innerlich zeitengewendeten Zeiten, in denen sich alle eine Atombombe für Deutschland wünschen, von Joschka Fischer und Herfried Münkler bis Katarina Barley und Ulrike Herrmann, in denen gefühlt alle die sofortige Wiedereinführung der Wehrpflicht fordern, von Joschka Fischer bis Alice Weidel, in denen ein längst abgewählter Bundestag – demokratiepolitisch ganz und gar unbedenklich, wie der ehemalige CDU-Bundesrichter Peter Michael Huber versicherte – mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD entscheidet, die Hochrüstung von der Schuldenbremse auszunehmen, während ansonsten alles unter Finanzierungsvorbehalt gestellt wird, ist es nicht mehr so einfach, Zitate richtig zuzuordnen. Marc-Uwe Klings Geschäftsmodell, Zitate absichtlich falsch zuzuordnen, ist zweifellos im Eimer. Allein der kraftmeierische Nachsatz zum Zitat – «Und jetzt lasst uns Putin in den Arsch treten» – lässt eine besondere Herkunft vermuten. Das Zitat stammt von Anfang März, die Quelle ist das Onlineportal Ruhrbarone, ein 2007 von David Schraven zeitgleich zu dem Medienunternehmen «Correctiv» in Bochum mitgegründeter Szeneblog, der seine Wurzeln in der Bewegung der «Antideutschen» hat. Doch erinnert sich eigentlich noch irgendwer an die Antideutschen, die durch und durch deutschen Neocons? Geboren aus dem Avantgardismus maoistischer Sekten, denen der kulturrevolutionäre Neue Mensch immer näher lag als die Massenlinie, und emotional abgehärtet durch die historische Niederlage von 1989 (oder 1978, je nach Interpretation), war die Verachtung der Massen, denen man sich überlegen fühlte und die einen geringschätzten, sowohl Geburtshelferin als auch ständiger Glutkern dieser einmal ultralinksradikal gestarteten Bewegung.¹ Irgendwann splittete sie sich in viele Stränge auf. Die Wege der Antideutschen führten unter anderem: – zu von Rüstungskonzernen finanzierten rechten US-Denkfabriken wie dem «American Enterprise Institute» (Matthias Küntzel), – zu regierungsnahen Denkfabriken für Aufrüstung und Kriegseinsätze der Bundeswehr wie der «Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik» (Ingo Way), – zu später AfD-nahen marktradikalen und rechtslibertären Plattformen wie «eigentümlich frei» oder den «Freunden der offenen Gesellschaft», mit denen man schon immer den Hayekschen Antikollektivismus teilte (Ralf Schröder), – zu antimuslimischen, christlich-fundamentalistischen Kreisen wie der Zeitschrift Factum, die die Evolutionstheorie und den Klimawandel leugnet sowie die Umerziehung von Homosexuellen propagiert (Stefan Frank), – zu Kampagnen zur Bombardierung des Irans (Stephan Grigat), – zu AfD-nahen, «Remigration» von Muslimen fordernden Onlinemedien wie Nius und der seinerzeit offen mit der PEGIDA-Bewegung sympathisierenden Achse des Guten (Felix Perrefort), – zur AfD (Thomas Maul und – über Um- und Irrwege – auch Jürgen Elsässer), – zur Verteidigung der extrem rechten European Defense League (Sören Pünjer), – und in öffentliche Stellen, etwa als Antisemitismusbeauftragte, die dann in einschlägigen internationalen Sammelbänden stichhaltig nachweisen, dass die Linkspartei in Deutschland durch und durch antisemitisch sei (Samuel Salzborn). Diese Links-rechts-Karrieren mögen verblüffen, manchen gänzlich unverständlich erscheinen. Darum hilft ein kurzer Lehrgang über die Geschichte dieser heute fußlahmen Bewegung. Es ist eine Geschichte – im sauerländischen Plettenberg jauchzt der «Kronjurist des 3. Reiches», Carl Schmitt, in seinem Grab – von unbedingten Feindschaften und bedingungslosen Freundschaften. Sie beginnt nach 1990, als man noch die deutschen Muslime vor dem sich mit der damaligen Asylrechtsverschärfung sowie den rassistischen Pogromen von Rostock-Lichtenhagen, Solingen, Mölln und Lübeck ankündigenden «Vierten Reich» schützen wollte. Ihre Parole lautete damals noch: «Nie wieder Deutschland!» Während des Kosovo-Kriegs 1999 erschien der erste und dazu noch völkerrechtswidrige Krieg nach 1945, der von deutschem Boden aus geführt wurde, manchen Antideutschen wie Jürgen Elsässer, Justus Wertmüller oder Tjark Kunstreich als die Wiederkehr deutschen Großmachtstrebens im Osten, weshalb sie Slobodan Milošević vor der NATO beschützten. Andererseits nahmen sie bereits die USA in Schutz, denen von Deutschland dieser Krieg aufgezwungen worden sei – bekanntlich ist es immer der Schwanz, der mit dem Hund wedelt, und nicht umgekehrt. Zwei Jahre später, nach dem 11. September, schützten Antideutsche dann die Zivilisation des «Westens» vor den Muslimen, so wie einige aus Angst vor irakischen Scud-Raketen auf Israel schon 1990 den «Zweiten Golfkrieg» unterstützt hatten. Beim Irak-Krieg 2003 stand man dann Gewehr bei Fuß mit den USA gegen die Muslime und gegen Deutschland, das sich unter SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg verweigerte. «Schroeder doesn’t speak for all Germans», entschuldigte sich damals die CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel in den USA für den deutschen «Friedensmob», und die Antideutschen mochten dazu nicken, während sie Antikriegsdemos mit USA-Fahnen störten. Nach dem Irak-Krieg und dem «War on Terror» mit 929.000 Toten in direkter und 3,6 bis 3,8 Millionen Toten in indirekter Folge waren Antideutsche, deren Vordenker Wolfgang Pohrt dies mit seinem Buch «FAQ» vorbereitete, nicht nur mit dem bürgerlichen Staat an sich, sondern auch mit dem real existierenden deutschen Staat ausgesöhnt. In dieser Zeit verschmolz der antideutsche Sound gegen die Muslime endgültig mit dem von Thilo Sarrazins Millionenbestseller «Deutschland schafft sich ab», der im «Das wird man ja wohl noch sagen dürfen»-Gestus den ideologischen Boden für die AfD bestellte. Gute und schlechte Völker unterschieden die früheren Antinationalen ja bereits spätestens seit dem Kosovo-Krieg, jetzt aber gehörte man selbst auch wieder zu den Guten, so wie einst die Väter und Großväter ihren Siedlerkolonialismus und Vernichtungskrieg im Osten als Rettung der europäischen Zivilisation gegen die östliche Barbarei einordneten. Von Antideutschen bis AfD, von Grigat bis Gauland, Wertmüller bis Weidel, Salzborn bis Sellner einigte man sich seither auf den Satz: «Die Muslime sind unser Unglück.» Eine publizistische Querfront machte es fortan ganz und gar unmöglich, zu unterscheiden, ob Zeitschriftentitel wie «Mekka Deutschland: Die stille Islamisierung», «Papst contra Mohammed» oder «Der Koran: Das mächtigste Buch der Welt» jetzt Titel von Spiegel oder Sans phrase, Bild oder Bahamas, Rheinischer Post oder Ruhrbarone, Junger Freiheit oder Jungle World waren. Und so war es auch kein Wunder, dass sich eine extrem rechte Plattform wie der 2004 gegründete Blog Politically Incorrect, der mit «Nachrichten» über «kriminelle Ausländer» das deutsche Volk tagein, tagaus zum Pogrom gegen Muslime und zu ­PEGIDA- und Hogesa-Demonstrationen aufrief, sich schon Ende der 2000er Jahre positiv auf Stephan Grigat und den von ihm popularisierten «Islamfaschismus»-Begriff bezog. Grigat hatte diesen Terminus wiederum während des Irak-Kriegs von US-Präsident George W. Bush, seiner Nationalen Sicherheitsberaterin und späteren Außenministerin Condoleezza Rice und dem neokonservativen Vordenker Norman Podhoretz übernommen. Dessen Buch «World War IV: The Long Struggle Against Islamofascism» hatte 2007 nach eben jenem Weltkrieg gerufen, der mit einer Bombardierung des Irans beginnen sollte. Zu diesem Zweck gründete Grigat die Kampagne «Stop the Bomb», deren Zielstellung, ganz offen formuliert, «Drop the Bomb» war. Von der Kennzeichnung der islamischen Religion als faschistisch führte eine logische Konsequenz eben nicht nur zum permanenten «War on Terror», sondern auch zu Donald Trumps «Muslim Ban» von 2017, zum rigiden EU-Grenzregime gegen «importierten Antisemitismus», zu rechten Terroranschlägen von Utøya bis Hanau und schlussendlich auch zu Björn Höckes «groß angelegte(m) Remigrationsprojekt», bei dem «der Islam», also die Deutschen und Europäer muslimischen Glaubens, «mit wohltemperierte(r) Grausamkeit» «bis zum Bosporus» «zurückgedrängt» werden soll und im Rahmen dessen auch die «Volksteile (…), die zu schwach oder nicht willens sind, sich der fortschreitenden Afrikanisierung, Orientalisierung und Islamisierung zu widersetzen (…)», durch einen «Aderlass» vertrieben werden sollen. Nachdem «Remigration» zum «Unwort des Jahres» gekürt worden war, formulierte im vergangenen Jahr Felix Perrefort, bei der Bahamas gestartet und nunmehr Redakteur beim vom ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt gegründeten, AfD-nahen Onlinemedium Nius, ganz offen: «Sagt ruhig ›Remigration‹. Der Begriff bedeutet, was wir daraus machen.» Jürgen Elsässer, Vordenker der ersten Generation der antideutschen Bewegung und in den 1990er Jahren noch Mahner vor einem neuen völkischen Großdeutschland, zog – nach Umwegen über das Neue Deutschland und die junge Welt – die Konsequenz schon sehr viel früher und gründete bereits 2013 das Magazin Compact als Fachblatt für ein neues völkisches Großdeutschland. Die meisten anderen verzichteten auf dieses (horst-)mahlerische Wechseln der Vorzeichen im Revoluzzertum und legten ihr persönliches Bekenntnis «pro Deutschland» und «pro Kapital» statt dessen dahingehend aus, dass man heute gemeinsam mit diesem noch existierenden deutschen Staat, in dem man endlich angekommen ist, und gemeinsam mit dem US-amerikanischen Staat gegen Muslime, Russen, Afrikaner, Chinesen, Inder, Brasilianer und alle vorgeht, die irgendwie finden, dass die Weltordnung auch die veränderten Kräfteverhältnisse in der Weltwirtschaft widerspiegeln und nicht gemäß der Interessen der ehemaligen Kolonialländer geordnet sein sollte. Das alles im Namen der Zivilisation und der festen Überzeugung «Wir sind die Guten», versteht sich. Dabei mag man, ganz und gar im Sinne der proisraelischen deutschen Staatsräson von Bild bis Bundestag, vor allem Palästinenser nicht, was die Ruhrbarone 2018 mit einem Sharepic mit der Aufschrift «Transform Gaza to Garzweiler» unterstrichen, dem der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank damals eine «explizite Vernichtungsphantasie» bescheinigte. Sieben Jahre später ist die Forderung der Ruhrbarone mit ihrer tatkräftigen ideellen Unterstützung Wirklichkeit geworden. Gaza sieht heute tatsächlich aus wie Garzweiler, und Donald Trump, Präsident des «freien Westens», den nicht wenige Antideutsche offen für seine klar antipalästinensische Haltung lobten, hegt ethnische Säuberungspläne: «Clean out the whole thing.» Notfalls mit US-Militäreinsatz will er Gaza in Golfplätze der westlichen Zivilisation, in eine «American Riviera» verwandeln. Aber auch im KI-gestützten Krieg der in weiten Teilen extrem rechten israelischen Regierung wollten die Enkel der Schlotbarone aus dem Ruhrpott beim besten Willen keine Kriegsverbrechen, geschweige denn einen Völkermord erkennen, sondern sie deuteten die Kritik an der KI-gestützten israelischen Kriegführung, tödlichen Folterpraxis und dem hierdurch hervorgebrachten unermesslichen Leid, das nur neuen Widerstand und Terrorismus hervorbringen kann, zu Antisemitismus und «latentem oder offenem Israelhass» um.² Ganz selbstverständlich dazu gehört in diesem identitären Spektrum, dass die Verteidigung der «internationalen regelbasierten Ordnung» und der Zivilisation gegen die Barbarei impliziert, die Haftbefehle des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Benjamin Netanjahu und den ehemaligen israelischen Verteidigungsminister Joaw Gallant, die nebst Hamas-Militärchef Mohammed Deif wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit gesucht werden, nicht zu vollstrecken und damit völkerrechtlich verbindliche Verträge nicht einzuhalten, die Deutschland unterzeichnet hat. Dies ist, im Zeitrafferverfahren, die turbulente Geschichte der Antideutschen, die mal als Antinationale gestartet waren, sich dann mit dem Staat und der Nation in Waffen aussöhnten und irgendwann verständlicherweise nicht mehr «antideutsch» genannt werden wollten, weil sie es ja offensichtlich auch nicht mehr waren. Die Szenereste, die es nicht, wie ein Großteil der Bewegung, in den islamfeindlichen Mainstream schafften (oder zu diesem letzten Schritt nicht bereit waren), folgten dann ihrem sektiererischen Ursprungsimpuls und spalteten sich während der Coronapandemie, als man über die Frage der Lockdownpolitik stritt, in diverse Zeitschriftenprojekte. Diese Geschichte der Antideutschen ist eine lange tragikomische Episode und eine kurze Fußnote in den Büchern der Historiker der Zukunft. Sie wird dann eine Zeit beschreiben, die schon heute längst Vergangenheit ist. Auch die Vordenker, die noch im Geiste des Postmaoismus und der Frankfurter Schule halbwegs mit Marxschen Begriffen zu jonglieren wussten und die in den 1980er Jahren in der damaligen Friedensbewegung die Vorbotin eines neuerlichen Deutschland-Erwachens hatten erkennen wollen, sind längst tot: Wolfgang Pohrt (1945–2018), Manfred Dahlmann (1951–2017), Joachim Bruhn (1955–2019). Oder sie sind, wie Gerhard Scheit und Clemens Nachtmann, in musikwissenschaftlichen oder anderen Fachbereichen peripherer deutschsprachiger Universitäten verschwunden. Und Vordenker muss man in einer Szene, die mit dem Feminismus und einer gendersensiblen Sprache stets auf Kriegsfuß stand, tatsächlich wortwörtlich nehmen: Denn unter den Protagonisten ist nie auch nur eine einzige Frau gewesen. Von Ivo Bozic einmal abgesehen, war auch so gut wie kein einziger und erst recht kein nichtwestlicher Migrant bei den Antideutschen zu finden. Mittlerweile haben die Anhänger der ersten Generation, die zwischen Mitte der 1960er und Mitte der 1970er Jahre geboren wurden, um oder kurz nach 1989/90 studierten und in dieser für alle linken Strömungen scheußlichen Lage sozialistische Überzeugungen zugunsten des Antideutschen aufgaben, ihre ersten Toten zu beklagen. Und trotzdem gibt es auch in der Gegenwart immer noch einige Antideutsche, die wie Wolf Biermann reflexhaft noch stets ihre müden Knochen aufs hohe Ross schwingen, wenn mal wieder mit dem besonderen gratismutigen Rebellentum, das die Macht von Staat, Kapital und Medien hinter sich weiß, tote Drachen zur Strecke gebracht werden müssen, allen voran die Friedensbewegung und der Antiimperialismus. Denn der alte antilinke Affekt, mit dem es sich heute in konservativen Medien von der Achse des Guten bis zur Welt und manchmal sogar der FAZ publizieren lässt, ist bei einer Szene, in der ein auf Distinktion abzielender, studentischer Habitus stets wichtiger war als eine auf die praktische Veränderung der Welt abzielende Kritik³, noch lebendig. Die Kapriolen in den Entwicklungen dieser Restantideutschen faszinieren jedenfalls, so wie man auch bei Autounfällen den Blick nicht abwenden kann, obwohl man weiß, dass sich das nicht schickt. Einst waren diese Antideutschen diejenigen, die in unerbittlicher Feindschaft vor den «regressiven Tendenzen» sozialistisch-fortschrittlicher, antiimperialistischer Befreiungsbewegungen in den Entwicklungsländern warnten. 2022 unterstützten dieselben gealterten Antideutschen dann uneingeschränkt und im Bunde mit ihrer Regierung den «Volkskampf» der plötzlich im hellen Licht einer klassenlosen Gesellschaft erscheinenden Ukraine, die unter den Bedingungen des russischen Angriffskriegs womöglich – aber selbst dies ist angesichts des doppelten, ost-westlichen Verrats⁴ nicht ausgemacht – ihren Nationenwerdungsprozess unter starken rechtsnationalistischen Vorzeichen und mit starken antikommunistischen Tendenzen (zu denen auch die Glorifizierung von Holocaust-Kollaborateuren der Nazis als Nationalhelden gehört) vollendet. Dabei sehen sich diese Altantideutschen als schärfste Kritiker des Postkolonialismus, dem sie regressiv-barbarische Sehnsüchte unterstellen, aber wenden selber teilweise postkoloniale Denkschablonen an. Postkolonial ließe sich schließlich argumentieren: Wir verteidigen grundsätzlich die Souveränität kleiner Staaten gegen die großen – in der Ukraine, in Taiwan (das völkerrechtlich von der Welt als zu China gehörig anerkannt wird), aber auch in Palästina (das von 146 Staaten der Welt völkerrechtlich anerkannt wird). Dass Altantideutsche ihre Anerkennung indes exakt so auslegen wie die deutsche Staatsräson und deckungs­gleich mit den deutschen und westlichen geopolitischen Interessen (pro Israel, pro Ukraine, anti China), offenbart sie als Neuprodeutsche. Die Unterstützung der Regierungslinie im Ukraine-Krieg ist auch durch drei Jahre Kriegserfahrung hindurch, auch durch das desaströse Scheitern der europäischen Außenpolitik, das Leid der Soldaten im ungewinnbaren und unnötig verlängerten Krieg und die Entfaltung der Dialektik des Krieges, die heute die vom Staat zwangsrekrutierte ukrainische Bevölkerung gegen den Zwangsrekrutierungsstaat mit Waffengewalt vorgehen lässt, bis heute unverändert geblieben. Aber anstatt «Internationale Brigaden» für die Verteidigung der Zivilisation zu bilden und ihren markigen Worten auch merkliche Taten folgen zu lassen, ziehen Antideutsche – bei denen in den sozialen Medien Profilbilder mit Wolodimir Selenskij oder der ukrainischen Nationalfahne aktuell stark in Mode sind, wie das Beispiel des antideutschen Jungle World-Autoren Markus Liske zeigt – es bis heute vor, von ihren mehr oder weniger komfortablen Schreibtischen aus, den deutschen Staat zu ermächtigen, damit er den ukrainischen Staat ermächtigt, die gegen ihren Willen und ihren aktiven, militanten Widerstand zwangsrekrutierte ukrainische Arbeiterklasse für die eigene Ideologie zu verheizen. Das nennen sie dann «Solidarität mit der Ukraine». Mehr noch: In der Situation der von Kritikern seit drei Jahren vorhergesagten Niederlage sind jetzt Spätantideutsche wie die Ruhrbarone – also Neocons ohne den ganzen theoretischen Ballast von Karl Marx, Johannes Agnoli, Moishe Postone und Wolfgang Pohrt, den die Ältesten nicht ganz abschütteln können – bereit, wieder für ihren eigenen Imperialismus zu kämpfen. Auf vergleichbare Weise hatten damals ihre älteren Kollegen im Irak-Krieg Partei ergriffen für George W. Bush und den «War on Terror», der neben den Millionen Toten und Dutzenden Millionen Menschen auf der Flucht ja auch die Weltgeschichte zum Negativen verändert hat: Destabilisierung der gesamten Region, Aufstieg des IS aus den Trümmern des Irak, syrischer Bürgerkrieg, Fluchtbewegungen nach Europa und schließlich Aufstieg der Gaulands und Höckes, die hieraus, teilweise nun mit (ex-)antideutscher Unterstützung, ihr rassistisches Süppchen kochen.⁵ Heute sagen also Antideutsche mit der phasenweise immer noch rebellisch in die Luft gereckten Faust ergrauter Alt-88er und zugleich fest untergehakt bei Fritze Merz, Annalena Baerbock, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Toni Hofreiter, Roderich Kiesewetter, Carlo Masala, Rheinmetall und Blackrock: «Wir kämpfen für den Erhalt unserer Freiheit und unserer Zivilisation.» Selbstverständlich ist das «Wir kämpfen» damals wie heute nicht wortwörtlich zu verstehen. Niemand hat die Absicht, eine «Internationale Brigade» aufzubauen, um die ukrainische Armee zu entlasten, um den Kriegstraumatisierten, die gegen den russischen Angriffskrieg kämpfen, ein Ende des Tötens und Getötetwerdens, ein Ende des Verstümmelns und Verstümmeltwerdens, ein Ende des Traumatisierens und Traumatisiertwerdens zu ermöglichen. Niemand von ihnen wird morgen zur Bundeswehr einrücken. Karl Arsch bei der Musterung? They prefer not to. Im Gegenteil, diejenigen, für die elitäre Massenverachtung plus uneingeschränkte Bereitschaft für den Krieg als Mittel der avantgardistischen Menschheitsbeglückung historische Konstituante und kontinuierliche Kernbotschaft gewesen sind, werden schließlich irgendwo die verachteten Massen finden, die sie dann über das geopolitische Schachbrett schieben und für die eigene Ideologie ins Massengrab schicken können. Dieses zynische Denken verbindet die Antideutschen mit ihren grünen Spiegelbildern Reinhard Bütikofer, Joscha Schmierer und Ralf Fücks, die nicht zufällig aus derselben Mao-Ecke stammen und den Weg zum selben Ziel gingen, bloß auf weniger verschlungenen, finanziell einträglicheren und politisch mächtigeren Pfaden. Wenn nun beispielsweise Tobias Rapp – Autor und Exherausgeber der Jungle World, einer ebenfalls aus antideutschen Zusammenhängen hervorgegangenen, 1997 von Jürgen Elsässer gegründeten Postille – dieser Tage öffentlich und pars pro toto im Spiegel erklärt, er würde, so wie Campino und Robert Habeck, heute den Kriegsdienst nicht mehr verweigern, dann meinen sie natürlich nicht ihren eigenen, sondern den Kriegsdienst derjenigen, die gerade 18 Jahre alt geworden sind. Sie meinen nicht Thomas, Matthias, Stephan und Tobias, sie meinen die nächste Generation, die Noahs, Finns, Lukas und Maximilians. Und extra für diese Jugend haben Leute wie Tobias Rapp im Spiegel den Veteranentag euphorisch begrüßt, damit deren Nachfahren, wenn sie welche haben und dann noch jemand leben sollte, zukünftig an einem Tag im Jahr eine Träne verdrücken können und sich gegenseitig wieder hoch und heilig schwören können: «Nie wieder Krieg.» Anmerkungen 1 Zur Massenverachtung lesenswert ist Karin Priester: Linker und rechter Populismus. Frankfurt am Main/New York 2012 2 https://www.ruhrbarone.de/polemik-und-morddrohungen-erschuetternde-reaktionen-auf-gaza-kommentar/230373/ 3 Vgl. Gerhard Hanloser: Sie warn die Antideutschesten der deutschen Linken. Münster 2004 4 Vgl. ausführlich Ingar Solty: Ukraine Is Betrayed By Its Friends Once More. In: Jacobin, 21.2.2025 5 Vgl. Ingar Solty: Der Krieg im Irak hat die Welt verändert – zum Schlechten. Rosa-Luxemburg-Stiftung (Online), 20.3.2023
Ingar Solty
Früher strikt gegen die BRD, heute in Reih und Glied mit der Nation in Waffen. Wie aus den Anti- mittlerweile Prodeutsche wurden
AfD, Golfkrieg, Irak, Israel, Palästina, Ukraine, USA, Völkerrecht
Antideutsche
2025-04-02T19:30:00+02:00
https://www.jungewelt.de/artikel/497344.antideutsche-der-freund-steht-immer-im-westen.html
Mit den Mächtigen anlegen
Wie ist es eigentlich um die politisch engagierte Literatur bestellt? Schlecht, lautet gewöhnlich die Antwort. Kein geringerer als Frank Schirrmacher beklagte ihren »schleichenden, traurigen Niedergang«. Er könne sich noch an eine Zeit erinnern, als »in den Feuilletons praktisch jeden zweiten Tag ein gutes Pfund Blei für eine einzige Textsorte geschmolzen werden mußte. Es handelte sich um die Proteste und Mahnungen des PEN, des Exil-PEN, des VS, des Verbands deutscher Schriftsteller, und etlicher anderer Standesorganisationen der Branche. Sie erschienen an prominenter Stelle mehrfach die Woche. Es ging oft um verfolgte Schriftsteller, viel häufiger aber um die Zerstörung der Demokratie, um die Macht und die Machtlosen, natürlich um Franz Josef Strauß und um den Schoß, aus dem alles Unheil einst kroch.« Spätestens nach 1989, so der FAZ-Herausgeber weiter, seien die Leser dieser ständigen Petitionen überdrüssig geworden und viele der Autoren hätten sich ins Privatleben zurückgezogen. Nun sei es an der Zeit, sich die Frage zu stellen, »ob die völlige Entpolitisierung von Literatur und literarischem Leben nicht ein ernstes Problem wird. Oder anders gesagt: daß eine große Nachfrage nach einer neuen politischen Literatur in diesem Land besteht.« Abgesehen davon, daß diese Sätze einmal mehr belegen, daß der FAZ-Herausgeber eine ungeklärte Beziehung zur deutschen Grammatik unterhält, sind sie noch in einer anderen Hinsicht bemerkenswert. Denn die wichtigste und daher von Schirrmacher ausgeklammerte Frage lautet: Welches Interesse hat das führende Organ des deutschen Bürgertums ausgerechnet an kritischer Literatur? Für die Vergangenheit läßt sich die Antwort leicht finden. Zur Zeit des Kalten Krieges, als der Gedanke an den Sozia­lismus den Mächtigen in der BRD noch Furcht einflößte, fanden es die großen Blätter schick, links orientierte Schriftsteller ihre Gedanken vortragen zu lassen. Jedenfalls dann, wenn sich diese nicht nur gegen den Kapitalismus und alte Nazis, sondern auch gegen die Verhältnisse in den sozialistischen Staaten richteten und die Eigentumsfrage dahingestellt sein ließen. So unbequem sie auch waren, diese Autoren kamen konservativen Zeitungsmachern häufig gerade recht, weil sie auf diese Weise die revolutionären Kräfte eher zu schwächen denn zu stärken schienen. Nach 1989 war die Systemfrage vorerst geklärt, die engagierte Literatur hatte ihren Zweck erfüllt. Seitdem wird behauptet, sie sei verstummt. Die etablierten Meinungsmacher verfahren dabei nach einer perfiden Doppelstrategie. Einerseits schweigen sie die lebendige Wirklichkeit politischer Literatur einfach tot, andererseits nehmen sie immer neue Anläufe, die Verstorbene nach eigenen Vorgaben zu reanimieren. Zuletzt war es Die Zeit, die sich selbst mit einer Serie als Podium für vorgeblich politische Lyrik inszenierte. »Niemand möchte den politischen Intellektuellen vom Typus Sartre zurück«, faßte Schirrmacher die Haltung von seinesgleichen zusammen. Anders herum wird ein Schuh daraus: Zu keiner Zeit waren kritische Stimmen, die sich mit den Mächtigen anlegen, so notwendig wie heute. Daher ist es auch so wichtig, der bürgerlichen Presse die Diskurshoheit in Sachen Kultur- und Gesellschaftskritik streitig zu machen. Die junge Welt ist dafür die geeignete Plattform: offen, diskussionsfreudig, mit klarem Klassenstandpunkt und frei von bürgerlichen Denkverboten.
Thomas Wagner
Intro
2013-06-12
https://www.jungewelt.de//beilage/art/265113
Australien: Premier will Freilassung Assanges
Canberra. Australiens Regierungschef Anthony Albanese hat ein Ende der Inhaftierung des Wikileaks-Gründers Julian Assange gefordert. Mit einer weiteren Inhaftierung sei nichts gewonnen, sagte Albanese am Dienstag. »Genug ist genug.« Ein britisches Gericht hatte am Montag entschieden, dass der 52jährige Assange gegen seine Auslieferung an die USA noch einmal in Berufung gehen darf. Die USA wollen den Australier wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente über die US-Armee und wegen Verstößen gegen ein Antispionagegesetz vor Gericht stellen. (AFP/jW)
2024-05-21T19:30:03+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/475805.australien-premier-will-freilassung-assanges.html
Rolf Dieter Brinkmann: Neue Subjektivität
Als Hans Magnus Enzensberger in seinem berühmten »Kursbuch 15 (1968)« ein flammendes Plädoyer für Agitpropliteratur hielt und damit indirekt die »Literatur als Kunst« für tot erklärte, sprach er allen Stalinisten aus der Seele, für die das Belletristische ohnehin bloß eine hübsche Nebensache war oder, schlimmer noch, eine ungewollte Ablenkung vom politischen Kampf. Und als die Revolution dann auf sich warten ließ, wurde in den Köpfen Beton angerührt und die politische Basisarbeit noch mal intensiviert. Der Spaß blieb dabei irgendwann auf der Strecke. Die ehemals hedonistische Linke hatte im Eifer des Gefechts ihren Hedonismus drangegeben. Ein Strategiewechsel schien angebracht und angesichts der umsturzunwilligen Proleten in den Fabriken ja auch naheliegend: Wenn sich das Kollektiv, die Gesellschaft, der Staat nicht fundamental verändern lassen, damit das Individuum darin besser leben kann, muss das Individuum zunächst besser werden, damit das Kollektiv sich sukzessive verändert. Und so konnte man auf einmal das Private, Alltägliche, die Gefühle, also das vermeintlich Unpolitische politisch verstehen. Das ist zunächst mal eine gewaltige Lockerungsübung. Man darf sich endlich wieder über etwas unterhalten, das die unmittelbaren, ganz konkreten Bedürfnisse berührt, bemerkt dabei aber auch bald, dass die Bauklötze der politischen Agitatorik sich auf diesem Spielfeld als ziemlich unhandlich erweisen. Jetzt ist »Literatur als Kunst« eben doch wieder gefragt. Denn wer, wenn nicht sie, vermag etwas zur Sprache zu bringen, von dem es noch gar keine richtige Sprache gibt – oder das zumindest unter Abstraktionen verborgen liegt. Peter Schneiders »Lenz« von 1973 ist das Buch, das diesen Paradigmenwechsel popularisiert. Schneider selbst, einer aus der Führungsriege des SDS, hatte bei Bosch in der Produktion gearbeitet, um die Werktätigen zu agitieren, war dort aber auf taube Ohren gestoßen. »Lenz« ist seine Therapie. Hier beschreibt er die zunehmende Hilflosigkeit der Linken, deren Forderungen ins Leere laufen und schließlich zu leeren Phrasen gerinnen, während das wilde Leben woanders stattfindet. Das will man wiederhaben oder auch erstmals endlich richtig auskosten. »Erfahrungshunger« nennt Michael Rutschky seinen großen Essay über die siebziger Jahre, in »Lenz« wird der exemplarisch formuliert. Etwa, wenn Schneiders Alter Ego in seiner Mao-Lektüregruppe gelangweilt die Gedanken schweifen lässt. »Es kam Lenz im Moment so komisch vor, dass alle diese Genossen mit ihren heimlichen Wünschen, mit ihren schwierigen und aufregenden Lebensgeschichten, mit ihren energischen Ärschen nichts weiter voneinander wissen wollten als diese sauberen Sätze von Mao Zedong, das kann doch nicht wahr sein, dachte Lenz. Wollten sie etwa nicht auch einfach zusammen sein, ihre Genüsse und Schwierigkeiten miteinander austauschen, einfach aufhören allein zu sein?« »Neue Subjektivität«, »neue Empfindsamkeit«, »neue Innerlichkeit« heißen die Schlagworte für diese literarische Zeitströmung, die sich weiterhin durchaus links verortet, sich aber auch endlich wieder der Realität in all ihren Facetten stellen will. Brinkmann gehört zu den frühen Propagandisten dieses erweiterten Realismuskonzepts. Im Vorwort seines Gedichtbandes »Die Piloten«, also im selben Jahr, in dem Enzensberger die Literatur zu Grabe trägt, skizziert er eine Poesie, die sich kalkuliert kleinmacht und sensibilisiert für die unmittelbare, profane Erfahrung. »Ich denke, dass das Gedicht die geeignetste Form ist, spontan erfasste Vorgänge und Bewegungen, eine nur in einem Augenblick sich deutlich zeigende Empfindlichkeit konkret als snap-shot festzuhalten.« Anschließend führt er aus, und zwar tatsächlich »konkret«, was das alles sein kann. Es gehe eben nicht mehr um »die Quadratur des Kreises«, sondern »um das genaue Hinsehen, die richtige Einstellung zum Kaffeerest in der Tasse, während jemand reinkommt ins Zimmer und fragt, gehen wir heute Abend in die Spätvorstellung? Mir ist das Kaugummi ausgegangen! Eine Zeitung ist aufgeschlagen und man liest zufällig einen Satz, sieht dazu ein Bild und denkt, dass der Weltraum sich auch jetzt gerade wieder ausdehnt.« Die totale, scheinbar banale Alltäglichkeit wird hier literaturfähig. »Man braucht nur skrupellos zu sein, das als Gedicht aufzuschreiben.« Brinkmann war skrupellos genug.
Frank Schäfer
Als Hans Magnus Enzensberger in seinem »Kursbuch 15 (1968)« ein flammendes Plädoyer für Agitpropliteratur hielt und indirekt die »Literatur als Kunst« für tot erklärte, sprach er allen Stalinisten aus der Seele.
Mao
Rolf Dieter Brinkmann
2025-05-22T19:30:03+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/500586.rolf-dieter-brinkmann-neue-subjektivität.html
Ski alpin: Stabiler Zustand
Garmisch-Partenkirchen. Die tschechische Skirennfahrerin Tereza Nová wird knapp einen Monat nach ihrem schweren Trainingssturz in Garmisch-Partenkirchen in die Heimat zurückgebracht. Die 27jährige sei aus dem Koma aufgeweckt worden und befinde sich in einem stabilen Zustand, hieß es in einem Update, das der Weltverband FIS veröffentlichte. Sie werde nun in ein Krankenhaus in Tschechien verlegt. Dort stünden weitere Untersuchungen an. (dpa/jW)
Ski alpin
2025-02-20T19:30:06+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/494520.ski-alpin-stabiler-zustand.html
Millionen Kindern droht sexualisierte Gewalt
Berlin. Rund 72 Millionen Kinder in Konfliktgebieten sind einer Studie der Organisation »Save the Children« zufolge von sexualisierter Gewalt durch bewaffnete Gruppen bedroht. Laut dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht lebte somit etwa jedes sechste von insgesamt rund 426 Millionen Kindern, die im Jahr 2019 in Konfliktzonen aufwuchsen, in einem Gebiet, in dem bewaffnete Gruppen sexualisierte Gewalt an Kinder verübten. Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge Kinder im Jemen, im Irak, in Somalia, in Kolumbien und in Syrien. Die Vereinten Nationen hatten vergangenes Jahr von über 15.000 gesicherten Fällen von Vergewaltigung und sexualisierter Gewalt in Konflikten in den vergangenen 15 Jahren berichtet – wiesen aber darauf hin, dass die tatsächlichen Zahlen weitaus höher sein könnten. (dpa/jW)
2021-02-18T19:30:02+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/396849.millionen-kindern-droht-sexualisierte-gewalt.html
Verfahren zu Angriff auf AfD-Vertreter eingestellt
Bremen. Die Staatsanwaltschaft Bremen hat die Ermittlungen zu einem Angriff auf den AfD-Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz eingestellt. »Ein Tatverdächtiger ist nicht ermittelt worden«, sagte Behördensprecher Frank Passade am Montag. Der Bremer Landeschef der Partei war am 7. Januar hinterrücks von Unbekannten attackiert worden. Zwar seien etwa 200 Hinweise eingegangen, aber die Tat habe sich nicht aufklären lassen, so Passade. Das Bundeskriminalamt schrieb in einer Publikation von Ende Juli den Überfall der »linken Szene« zu, da die zuständigen Behörden ihn als politisch links motivierte Straftat gemeldet hätten. Die Bremer Polizei betonte dazu auf Twitter, dass die »erste Bewertung« nicht Grundlage der Ermittlungen sei, sondern alle möglichen Ansätze verfolgt worden seien. (dpa/jW)
2019-08-12T19:30:04+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/360672.verfahren-zu-angriff-auf-afd-vertreter-eingestellt.html
Gesamte Familie
Das Buddenbrookhaus in Lübeck wird zum Jahresende bis voraussichtlich 2022/23 wegen Umbaus geschlossen. Es gehörte den Großeltern von Thomas Mann, der erhebliche Teile seines Romans »Buddenbrooks« (1901) darin spielen ließ. Nach dem Umbau werde »das Haus der einzige Ort sein, an dem die gesamte Familie Mann umfassend präsentiert wird«, sagte der Leitende Direktor der Lübecker Museen, Hans Wißkirchen. Darüber hinaus soll die Diele des Kaufmannshauses aus dem 18. Jahrhundert in ihren Originalmaßen wieder entstehen. Veranschlagt sind Kosten von etwa 18 Millionen Euro. (dpa/jW)
2019-12-26T19:30:02+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/369470.gesamte-familie.html
Bundesetat steigt um 180 Milliarden Euro
Berlin. Es ist voraussichtlich der letzte Haushalt der großen Koalition aus Union und SPD – und er wird zu mehr als einem Drittel aus Schulden finanziert. Die Haushälter im Bundestag haben in der Nacht zum Freitag den Etat für 2021 festgezurrt. Unter dem Strich stehen danach Ausgaben von fast einer halben Billion Euro und fast doppelt so hohe Kredite, wie Finanzminister Olaf Scholz (SPD) im September noch dem Kabinett vorgeschlagen hatte. Die große Koalition will 179,82 Milliarden Euro neue Kredite aufnehmen und dafür wieder die »Schuldenbremse« im Grundgesetz aussetzen. Der Bundestag will den Etat in der Woche vom 8. bis 11. Dezember verabschieden. »Das ist kein Pandemiehaushalt, sondern der teuerste Wahlkampfhaushalt in der Geschichte der Bundesrepublik«, kritisierte Linke-Politikerin Gesine Lötzsch. Der Vorwurf: Scholz, der für die SPD als Kanzlerkandidat ins Rennen geht, wolle sich eine gute Ausgangsposition verschaffen. (dpa/jW)
2020-11-27T19:30:02+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/391431.bundesetat-steigt-um-180-milliarden-euro.html
Fussball: Pfosten in Meppen
Meppen. Der SV Meppen und die SpVgg Unterhaching sind in die 3. Liga aufgestiegen. Meppen gewann am Mittwoch das Relegationsrückspiel gegen Waldhof Mannheim mit 4:3 im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es 0:0 gestanden. Auch das Hinspiel war torlos geblieben. Als der Mannheimer Sebastian Gärtner den letzten Elfmeter an den Pfosten geschossen hatte, konnte ein Platzsturm nach Polizeiangaben nur knapp verhindert werden. Ein Wasserwerfer kam zum Einsatz. Unterhaching reichte am selben Abend ein 2:2 bei der SV Elversberg. (dpa/jW)
Fussball
2017-06-02
https://www.jungewelt.de//artikel/311807.pfosten-in-meppen.html
EM: Weiß der Fuchs
Wien. Österreichs EM-Kapitän Christian Fuchs tritt als Nationalspieler zurück. Das gab der 30jährige am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite bekannt. »Das Spiel gegen Island war mein letztes in Rot-Weiß-Rot«, sagte der Außenverteidiger von Englands Meister Leicester City eine Woche nach dem Aus bei der EM in Frankreich. Der ehemalige Bundesliga-Profi von Schalke 04 absolvierte 78 Spiele für das österreichische A-Nationalteam und erzielte dabei einen Treffer. (sid/W)
2016-06-30
https://www.jungewelt.de//artikel/289036.em-weiß-der-fuchs.html
Gedenken an Otto Grüneberg
Berlin. Etwa 70 Menschen nahmen am Sonntag an der traditionellen Kundgebung zu Ehren des Antifaschisten Otto Grüneberg in Berlin-Charlottenburg teil. Der Jungkommunist (geb. 1908) wurde in der Nacht zum 1. Februar 1931 vom SA-Sturm 33 ermordet. Seit den 1970er Jahren erinnert jeweils am 1. Februar vor der Gedenktafel am Haus Schlossstraße 22 ein lokales Bündnis an die Tat. Am Sonntag ergriffen neben Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) Vertreterinnen von SPD und der Partei Die Linke das Wort. Kamil Majchrzak (VVN-BdA), Enkel eines Auschwitz-Überlebenden und polnischen Widerstandskämpfers, schlug in einer bewegenden Rede den Bogen vom Terror der Charlottenburger SA zu »national befreiten Zonen« heutiger Neonazis. Er wies darauf hin, dass der SA-Sturm 33 an Folter und Mord ab April 1933 im KZ Sonnenburg beteiligt war. Die Sängerin Isabel Neuenfeldt begleitete die Veranstaltung mit Liedern von Erich Mühsam. (jW)
2015-02-04
https://www.jungewelt.de//artikel/255941.gedenken-an-otto-grüneberg.html
TV und Kino: Diahann Carroll gestorben
Deutsche Fernsehzuschauer kennen sie vor allem aus der angestaubten ZDF-Serie »Der Denver-Clan« – die US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin Diahann Carroll ist tot. Sie starb mit 84 Jahren in Los Angeles an den Folgen einer Krebserkrankung, wie Tochter Suzanne Kay dem Branchenblatt The Hollywood Reporter am Freitag mitteilte. In »Der Denver-Clan« spielte Carroll 1987 die zickige Nachtklubbesitzerin Dominique Deveraux, Halbschwester des Millionärs Blake Carrington (John Forsythe). Auch in der Pro-sieben-Krankenhausserie »Grey’s Anatomy: Die jungen Ärzte« absolvierte die Schauspielerin mehrere Auftritte. Carroll – seit den 50er Jahren vielbeschäftigt – gilt als schwarze Pionierin im Showgeschäft. Ende der 1960er Jahren hatte Carroll als Hauptdarstellerin in der TV-Serie »Julia« Furore gemacht. 1975 war sie als beste Hauptdarstellerin in der Drama-Komödie »Clau­dine« für den Oscar nominiert. (dpa/jW)
TV und Kino
2019-10-06T19:30:01+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/364245.tv-und-kino-diahann-carroll-gestorben.html
Pakistaner in New York verurteilt
New York.Ein 24 Jahre alter Pakistaner ist in den USA eines versuchten Anschlags auf die New Yorker U-Bahn für schuldig gesprochen worden. Ein Bundesgericht im New Yorker Stadteil Brooklyn sah es am Mittwoch als erwiesen an, daß Shahawar Matin Siraj im Jahr 2004 einen Sprengsatz an einem U-Bahnhof nahe dem Madison Square Garden plazieren wollte. Dem Verurteilten droht eine lebenslange Haftstrafe. (AFP/jW)
2006-05-26
https://www.jungewelt.de//artikel/67866.pakistaner-in-new-york-verurteilt.html
Anno … 8. Woche
1819, 22. Februar: Spanien und die Vereinigten Staaten von Amerika verständigen sich über die Grenzziehungen zwischen dem Vizekönigreich Neuspanien und den seit 1788 zu einer Bundesrepublik zusammengefassten ehemaligen britischen Kolonien. Mit dem sogenannten Adams-Onís-Vertrag tritt die spanische Krone Florida an die USA ab, die wiederum auf Ansprüche auf Texas verzichten. Zudem werden die Grenzen Neuspaniens bis zum Pazifik festgelegt. Mit dem zwei Jahre später in Kraft getretenen Vertrag bekräftigen die USA ihren Anspruch auf den Westen des nordamerikanischen Kontinents. Das Vizekönigreich Spanien findet noch im selben Jahr mit der Unabhängigkeit Mexikos sein Ende. 1919, 19. Februar: Die SPD-Abgeordnete Marie ­Juchacz hält als erste Frau eine Rede in der Weimarer Nationalversammlung. Als sie mit »Meine Herren und Damen« eröffnet, erntet sie Gelächter. In ihrer Rede verteidigt die spätere Gründerin der Arbeiterwohlfahrt die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter und argumentiert, erst jetzt könne man tatsächlich von einer Souveränität des Volkes sprechen. 1919, 21. Februar: Der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner, der im November des Vorjahres den bayerischen Freistaat ausgerufen hat, wird auf offener Straße mit zwei Schüssen in den Rücken und in den Kopf ermordet. Eisner, der sich auf dem Weg in den neu gewählten Landtag befindet, um dort seine Rücktrittsrede zu halten, ist sofort tot. Der Täter, Anton Graf von Arco auf Valley, der aus dem Umfeld der antisemitischen Thule-Gesellschaft stammt, wird im Januar 1920 vor einem Volksgericht angeklagt und zum Tode verurteilt, allerdings wenige Tage später begnadigt. Der Justizminister Ernst Müller-Meiningen von der Deutschen Demokratischen Partei argumentiert, Graf Arco habe nicht aus nieder Gesinnung, sondern aus Liebe zum Vaterland gehandelt. Die Todesstrafe wird in lebenslange Festungshaft umgewandelt. 1927 wird Arco von Reichspräsident Paul von Hindenburg amnestiert. 1959, 19. Februar: Mit dem Zürcher und Londoner Abkommen zwischen der Türkei, Griechenland, Großbritannien und der zypriotischen Bevölkerung wird die 1914 von London annektierte Insel in die Unabhängigkeit entlassen. Großbritannien behält allerdings zwei Militärbasen.
Geschichte im Rückspiegel
Bayern, Großbritannien, Spanien, USA
2019-02-17T19:25:01+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/349295.anno-8-woche.html
Wahlen in Indien mit Rekordbeteiligung
Neu-Delhi. An den Parlamentswahlen in Indien haben sich so viele Menschen wie nie zuvor beteiligt. »Wir haben mit 642 Millionen Wählern einen Weltrekord aufgestellt, das ist ein historischer Moment«, verkündete Wahlleiter Rajiv Kumar am Montag. Die Beteiligung habe bei 66,3 Prozent gelegen – etwas geringer als 2019. Die in mehreren Etappen abgehaltene Abstimmung hatte am 19. April begonnen und war Sonnabend zu Ende gegangen. Das Ergebnis wird diesen Dienstag bekanntgegeben. Als Favoritin gilt die extrem rechte Indische Volkspartei (BJP) von Premierminister Narendra Modi, der einer dritten Amtszeit entgegensieht. (AFP/jW)
2024-06-03T19:30:03+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/476599.wahlen-in-indien-mit-rekordbeteiligung.html
Reichste Frau der Welt gestorben
Paris. Die Erbin des L’Oréal-Konzerns, Liliane Bettencourt, ist tot. Sie sei in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 94 Jahren gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Bettencourt war laut US-Magazin Forbes mit einem Vermögen von aktuell 44,7 Milliarden US-Dollar (37,4 Milliarden Euro) die reichste Frau der Welt. In der sogenannten Bettencourt-Affäre wurde mehreren Vertretern der früheren konservativen Partei Frankreichs UMP zur Last gelegt, die Demenzerkrankung Bettencourts ausgenutzt zu haben, um ihre Partei illegal mit Geld zu versorgen. Unter den Angeklagten befand sich auch der frühere Staatspräsident Nicolas Sarkozy. Bettencourt war die Tochter des Gründers von L’Oréal, Eugène Schueller. Die Familienholding hält etwa 33 Prozent der Unternehmensanteile. (dpa/jW)
2017-09-23
https://www.jungewelt.de//artikel/318739.reichste-frau-der-welt-gestorben.html
Schwimmen: Thiel tritt ab
Berlin. Nach gut anderthalb Jahrzehnten endet die Ära von Christa Thiel als Präsidentin des kriselnden Deutschen Schwimmverbandes (DSV). Die 62jährige wird beim Verbandstag im November in Leipzig auf eine Kandidatur verzichten und damit den Weg für einen Neuanfang nach den enttäuschenden Olympischen Spielen in Rio de Janeiro frei machen. Als Nachfolgerin steht Gabi Dörries, bisher Vorsitzende der DSV-Fachsparte Schwimmen, bereit. (sid/jW)
2016-09-01
https://www.jungewelt.de//artikel/292883.schwimmen-thiel-tritt-ab.html
Vor der B-Probe
Rio de Janeiro. Usain Bolt hat als erster Sprinter der Geschichte zum dritten Mal in Serie über 100 Meter die olympische Goldmedaille gewonnen. Der Jamaikaner setzte sich in Rio de Janeiro mit 9,81 Sekunden gegen seinen Dauerrivalen Justin Gatlin aus den USA durch. Bronze gewann der Kanadier Andre De Grasse. (sid/jW) Rio de Janeiro. Der Südafrikaner Wayde van Niekerk hat in Weltrekordzeit Gold über die 400 Meter gewonnen. Er unterbot mit 43,03 Sekunden die 17 Jahre alte Bestmarke des US-Amerikaners Michael Johnson um 15 Hundertstelsekunden. Silber und Bronze gingen an die ehemaligen Olympiasieger Kirani James aus Grenada und LaShawn Merritt aus den USA. (sid/jW) Rio de Janeiro. Weitspringerin Darja Klischina darf nun doch als einzige russische Leichtathletin bei den Olympischen Spielen in Rio starten. Die Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofes CAS gab in der Nacht auf Montag (Ortszeit) dem Einspruch der 25jährigen gegen die Sperre durch den Leichtathletikweltverband IAAF statt. Die Athletin habe nachweisen können, dass sie im »relevanten Zeitraum« außerhalb von Russland Dopingkontrollen in Wettkampf- und Trainingsphasen absolviert habe, teilte die Ad-hoc-Kammer in ihrer ersten Urteilsbegründung mit. (sid/jW) Rio de Janeiro. Die deutschen Männer siegten im Viertelfinale gegen Neuseeland dank einer rasanten Aufholjagd mit 3:2. Sie sind damit zum vierten Mal in Serie bei Olympischen Spielen ins Halbfinale eingezogen. Das Team von Bundestrainer Valentin Altenburg drehte ein schon verloren geglaubtes Spiel. Florian Fuchs sicherte den Sieg mit der Schlusssirene. Zuvor hatte Kapitän Moritz Fürste per Doppelschlag für den Ausgleich gesorgt. (sid/jW)
2016-08-16
https://www.jungewelt.de//artikel/291909.vor-der-b-probe.html
Kunst: Alles rund
Mitten im Sommer ist Rom um noch eine Attraktion reicher: In den Straßen der vielbesuchten italienischen Hauptstadt sind derzeit acht monumentale Skulpturen des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero zu sehen, der im vergangenen September 91jährig starb. Als Motiv besonders beliebt scheint bei Touristen die »Schlummernde Venus« mit dem Petersdom im Hintergrund zu sein. Die jeweils mehrere Tonnen schweren Bronzeskulpturen werden noch bis Anfang Oktober unter freiem Himmel im historischen Zentrum zu besichtigen sein. Die Stadtverwaltung schlägt eine ausgearbeitete Route entlang aller acht Werke vor. Der 1932 geborene Botero hatte viele Verbindungen nach Italien: In seinen künstlerischen Anfangsjahren unternahm er mehrere Reisen dorthin und ließ sich von alten Meistern wie Michelangelo und dem »Venus«-Schöpfer Giorgione inspirieren, später besaß er ein Ferienhaus in der Toskana. Bei Boteros Arbeiten ist alles rund, weich, voluminös: Menschen, Tiere, Früchte – Skizzen, Gemälde, Skulpturen. Dieser Stil machte ihn weltweit bekannt, weit über die Kunstszene hinaus. (dpa/jW)
Kunst
2024-07-23T19:30:05+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/480144.kunst-alles-rund.html
Basketball: Körbe für Serbien
Budapest. Serbiens Basketballerinnen haben ihren ersten EM-Titel gewonnen. Im Endspiel in Budapest setzten sie sich am Sonntag abend gegen Frankreich mit 76:68 durch und sind damit für die Olympischen Spiele in Rio qualifiziert. Titelverteidiger Spanien sicherte sich Platz drei durch ein 74:58 gegen Belarus. Die deutsche Auswahl hatte das Turnier in Rumänien und Ungarn verpasst. (dpa/jW)
2015-06-30
https://www.jungewelt.de//artikel/267793.basketball-körbe-für-serbien.html
Autozulieferer warnen vor dramatischem Stellenabbau
Berlin. Große Autozulieferer rufen den Kanzler zu Hilfe. Die Geschäftsführer und Betriebsratsvorsitzenden von Bosch, Continental, Mahle, Schäffler und ZF Group warnen in einem offenen Brief an Olaf Scholz, über den am Donnerstag abend berichtet wurde, vor einer dramatischen Beschäftigungslage in den kommenden Monaten. Seit 2019 seien in der Zulieferindustrie fast 50.000 Stellen abgebaut worden, heißt es. Zentral sei die Notwendigkeit, den Hochlauf der Elektromobilität zu beschleunigen. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, plädieren die Zulieferer für Steuererleichterungen und den Ausbau der Ladeinfrastruktur. (dpa/jW)
2025-01-24T19:30:08+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/492562.autozulieferer-warnen-vor-dramatischem-stellenabbau.html
Palästinenser lehnen US-»Friedensplan« ab
Gaza/Ramallah. Der palästinensische Ministerpräsident Mohammed Schtaje hat die in Bahrain geplante Konferenz für Investitionen als Teil des sogenannten »US-Friedensplans« abgelehnt. »Es ist nur möglich, den Konflikt in Palästina politisch zu lösen«, sagte er am Montag in Ramallah. Insgesamt lehne er den »sogenannten Jahrhundertdeal» grundsätzlich ab. Auf dem Treffen am 25. und 26. Juni in Bahrains Hauptstadt Manama will US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit Bahrain für Investitionen in den Palästinensergebieten werben. Der »Friedensplan« soll nach dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan im Juni veröffentlicht werden. (dpa/jW)
2019-05-20T19:30:02+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/355195.palästinenser-lehnen-us-friedensplan-ab.html
Totalitär
Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger (85) warnt davor, das Bargeld abzuschaffen und nur noch elektronisch zu bezahlen. »Wer das Bargeld abschafft, schafft die Freiheit ab«, sagte Enzensberger in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. »Regierungen könnten uns am Ende total kontrollieren.« Über die Geldbewegung ließe sich nachvollziehen, »was die Leute so treiben. Das wäre totalitär.« Enzensbergers neues Buch »Immer das Geld! - Ein kleiner Wirtschaftsroman« erscheint Anfang Oktober. (dpa/jW)
2015-10-01
https://www.jungewelt.de//artikel/272741.totalitär.html
Wulff: Staatsanwalt unter Verdacht
Hannover. Wegen der Weitergabe vertraulicher Ermittlungsdetails in den Fällen des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) und des früheren Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy (SPD) an die Medien wird gegen den Leiter der Generalstaatsanwaltschaft Celle, Frank Lüttig, ermittelt. Das teilte Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) am Freitag dem Landtag in Hannover mit. Lüttig werde vorgeworfen, »in strafbarer Weise Geheiminformationen an Dritte weitergegeben zu haben«. In sieben Fällen ging es dabei um Informationen aus dem Verfahren gegen Wulff, in einem Fall um Edathy. Gegen Wulff war wegen des Verdachts der Vorteilsnahme ermittelt worden. Das Landgericht Hannover sprach ihn im Februar 2014 frei – zwei Jahre nach seinem Rücktritt infolge einer Medienkampagne. Gegen Edathy wurde im November 2014 Anklage wegen des Besitzes von Kinderpornographie erhoben. (AFP/jW)
2015-02-21
https://www.jungewelt.de//artikel/256891.wulff-staatsanwalt-unter-verdacht.html
Mutmaßlicher PKK-Funktionär festgenommen
Villingen-Schwenningen. Im baden-württembergischen Villingen-Schwenningen hat die Polizei einen Mann wegen Verdachts der Mitgliedschaft in der in Deutschland verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK festgenommen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt am Montag mitteilten, wurde der mutmaßliche PKK-Funktionär per Haftbefehl gesucht. Der Mann soll als Gebietsverantwortlicher für die in Deutschland kriminalisierte Arbeiterpartei fungiert und Geld für die Organisation gesammelt haben. Er befindet sich in Untersuchungshaft. (dpa/jW)
2015-02-17
https://www.jungewelt.de//artikel/256611.mutmaßlicher-pkk-funktionär-festgenommen.html
Gründe für Urteil zu Südwest-AfD
Stuttgart. Elf Tage nach dem Scheitern der AfD-Klage gegen die Beobachtung durch den baden-württembergischen Verfassungsschutz hat das Stuttgarter Verwaltungsgericht am Montag die Gründe für seine Entscheidung veröffentlicht. Demnach gebe es Anhaltspunkte für einen »verfassungswidrigen Volksbegriff« beim AfD-Landesverband. Die Anknüpfung an Merkmale wie Herkunft oder Ethnie verstoße gegen die Diskriminierungsverbote des Grundgesetzes. (AFP/jW)
2025-03-31T19:30:03+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/497155.gründe-für-urteil-zu-südwest-afd.html
Mob wütet in Türkei gegen Syrer
Ankara. In der zentraltürkischen Stadt Kayseri hat eine Gruppe Männer am Sonntag abend eine von Syrern betriebene Einrichtung angegriffen, nachdem zuvor ein Syrer wegen mutmaßlicher Belästigung eines Kindes festgenommen worden war. Videos zeigen, wie Männer die Schaufenster eines angeblich von Syrern betriebenen Lebensmittelgeschäfts einschlagen und in Brand setzen. Auf anderen Aufnahmen sind junge Männer zu sehen, die mit Steinen und Metallobjekten Fahrzeuge in einem Viertel der Stadt angreifen, in dem viele syrische Flüchtlinge untergebracht sind. Auch der Ausruf »Wir wollen keine Syrer mehr, wir wollen keine Ausländer mehr!« soll zu hören gewesen sein. (AFP/jW)
2024-07-01T19:30:03+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/478554.mob-wütet-in-türkei-gegen-syrer.html
Verdi einigt sich mit Lufthansa
Frankfurt am Main. Bei den Verhandlungen zwischen Lufthansa und den Beschäftigten des Konzerns ist es zu einer Einigung gekommen. Mit der Gewerkschaft Verdi vereinbarte das Unternehmen eine Lösung für rund 35.000 Bodenbeschäftigte, wie beide Seiten am Mittwoch abend mitteilten. Die Mitarbeiter werden demnach bis Ende März 2022 vor Entlassungen geschützt. Sie verzichten dafür auf verschiedene Entgeltbestandteile, deren Gesamtvolumen Verdi mit rund 200 Millionen Euro beziffert. Zudem wurden Altersteilzeitprogramme vereinbart. Die Einigung steht noch unter dem Vorbehalt einer Mitgliederbefragung. Zuvor hatte Lufthansa bereits mit der Kabinengewerkschaft UFO Eckpunkte eines langfristigen Abkommens verabredet. Mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit steht eine Einigung über das laufende Jahr hinaus noch aus. (dpa/jW)
2020-11-12T19:30:01+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/390377.verdi-einigt-sich-mit-lufthansa.html
Ein Museum für Mexiko
Der Maler und Bildhauer Francisco Toledo hat seinem Heimatland Mexiko ein Museum geschenkt. Zum Institut für Grafische Kunst Oaxaca gehören zwei Häuser, die mehr als 125.000 Objekte beherbergen, zudem eine Bibliothek mit Bildern, Videos und Tonbandaufnahmen. Der 74jährige konnte zuletzt die Steuern für seine Immobilien nicht mehr bezahlen und entschied sich deshalb für die Schenkung. »Dieser historische Akt stärkt das künstlerische Erbe Mexikos«, sagte die Präsidentin des Instituts der Schönen Künste, María Cristina García Cepeda. (dpa/jW)
2015-01-22
https://www.jungewelt.de//artikel/255189.ein-museum-für-mexiko.html
Lesetip
Der Verteilungsforscher bezeichnet einen fundamentalen Kurswechsel in der Steuerpolitik als wichtige Voraussetzung, um die parallel laufende »soziale Spaltung der Gesellschaft und die finanzielle Austrocknung des Staates« zu stoppen. Hohe Einkommen und Vermögen müßten über höhere Steuern stärker herangezogen werden, um insbesondere die Belastungen durch Bankenrettung, Finanz- und Staatsschuldenkrise zu schultern. (jW) www.boeckler.de
2011-12-13
https://www.jungewelt.de//artikel/175140.lesetip.html
DGB-Vorsitzender gegen »Jamaika-Koalition«
Baden-Baden. Der Vorsitzende des deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, befürchtet eine Einschränkung der Rechte von Erwerbstätigen in einer Bundesregierung, die von CDU/CSU, FDP und den Grünen geführt werde. Im Südwestrundfunk verwies er am Freitag auf Erfahrungen beim Mindestlohn in Schleswig-Holstein, wo bereits ein sogenanntes Jamaika-Bündnis (nach den Landesfarben Schwarz, Grün, Gelb) regiert. »Da wird eine Bundesratsinitiative gestartet, wo es darum geht, die Aufzeichnungspflicht der Arbeitszeiten beim Mindestlohn zu schwächen«, sagte Hoffmann. Schon jetzt versuchten viele Unternehmen, den Mindestlohn zu unterlaufen, weil die Kontrollen viel zu schwach seien. (AFP/jW)
2017-10-21
https://www.jungewelt.de//artikel/320382.dgb-vorsitzender-gegen-jamaika-koalition.html
Präsidentschaftswahl: KP Venezuelas verschiebt Konferenz
Caracas. Die Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) hat ihre für dieses Wochenende geplante Nationalkonferenz kurzfristig abgesagt. Wie junge Welt aus der Partei erfuhr, waren »logistische Probleme« für die Verschiebung ausschlaggebend. Die Konferenz, bei der die PCV über ihre Teilnahme bei den am 22. April stattfindenden Präsidentschaftswahlen entscheiden will, soll am kommenden Wochenende nachgeholt werden. (jW)
Präsidentschaftswahl
2018-02-10
https://www.jungewelt.de//artikel/327027.kp-venezuelas-verschiebt-konferenz.html
Ungarns Regierung will Internetsteuer
Budapest. Ungarn will den Datenverkehr im Internet besteuern. Geplant ist eine Abgabe für Internetanbieter von 150 Forint (knapp 0,49 Euro) pro Gigabyte, wie aus dem am späten Dienstag abend vorgelegten Haushaltsentwurf für 2015 hervorging. Der Betrag soll von der Unternehmenssteuer abgesetzt werden können. Das Wirtschaftsministerium erklärte, es rechne dadurch pro Jahr mit Einnahmen von umgerechnet 65 Millionen Euro. Ungarische Medien zitierten dagegen Schätzungen, die Angesichts des Datenaufkommens von mehr als einer Milliarde Gigabyte bereits 2013 vom Zehnfachen ausgehen. (Reuters/jW)
2014-10-23
https://www.jungewelt.de//artikel/250624.ungarns-regierung-will-internetsteuer.html
Großbritannien: UKIP-Vorstand gegen Parteichef
London. Der Vorstand der rechtspopulistischen britischen Unabhängigkeitspartei (UKIP) hat Parteichef Henry Bolton das Misstrauen ausgesprochen. Die Entscheidung am Sonntag abend fiel einstimmig, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Über die Zukunft des 54jährigen entscheiden nun die Parteimitglieder. Bereits seit einer Woche gab es Rufe nach Boltons Rücktritt, weil seine Freundin Jo Marney (25) rassistische Textnachrichten verschickt hatte. Bolton hatte sich unmittelbar nach Bekanntwerden des Skandals von ihr getrennt. (dpa/jW)
Großbritannien
2018-01-23
https://www.jungewelt.de//artikel/325893.ukip-vorstand-gegen-parteichef.html
Minister in Somalia ­erschossen
Mogadischu. In Somalia ist ein Minister in der Nähe des Regierungssitzes offenbar aus Versehen von Sicherheitskräften erschossen worden. Mehrere Leibwächter des Ministers für Bau und Infrastruktur, Abbas Siraji, wurden zudem verletzt, wie der leitende Sicherheitsbeamte Mohammed Hassan erklärte. Demnach war es in der Nähe der somalischen Präsidentenvilla in Mogadischu irrtümlich zu einem Feuergefecht zwischen dem Schutzpersonal des Ressortchefs und jenem des obersten Rechnungsprüfers Nur Jimale Farah gekommen. Siraji hatte lange Zeit als Flüchtling im kenianischen Lager Dadaab gelebt. Er kam im vergangenen Jahr nach Somalia zurück und wurde ins Parlament gewählt. (dpa/jW)
2017-05-05
https://www.jungewelt.de//artikel/310111.minister-in-somalia-erschossen.html
MAD soll Bundeswehr-Bewerber überprüfen
Berlin. Als Maßnahme gegen Islamisten und andere Extremisten soll der Militärgeheimdienst MAD künftig jeden Bewerber auf eine Stelle bei der Bundeswehr überprüfen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch eine entsprechende Änderung des Soldatengesetzes. Damit will die Regierung »angemessen auf die veränderte Sicherheitslage reagieren und einen Missbrauch der Bundeswehr als Ausbildungseinrichtung für potentielle Terroristen, Extremisten und Schwerkriminelle verhindern«, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin. Das Soldatengesetz erlaubt bisher eine Sicherheitsüberprüfung erst nach einer Anstellung. Künftig soll der Militärische Abschirmdienst auch Bewerber durchleuchten können, die für eine Einstellung in der Bundeswehr in Frage kommen. (AFP/jW)
2016-09-01
https://www.jungewelt.de//artikel/292829.mad-soll-bundeswehr-bewerber-überprüfen.html
BRD schickt Korvette an NATO-Ostflanke
Berlin. Die BRD bietet der NATO-Kriegsallianz nach Beginn der russischen Militäroperation in der ­Ukraine weitere Bundeswehr-Kräfte für die Verstärkung der Ostflanke an. Offiziell angekündigt wurde am Freitag, dass die Korvette »Erfurt« an diesem Sonnabend von Wilhelmshaven in die Ostsee auslaufen und sich einer NATO-Einsatzgruppe anschließen soll. Daneben prüfe man die Stationierung von »Patriot«-Flugabwehrraketensystemen in Osteuropa, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Berlin stockte bereits sein Kontinent in Litauen auf nun fast tausend Soldatinnen und Soldaten auf. Als Reaktion auf den russischen Einmarsch verdoppelte die Bundeswehr am Donnerstag auch die Zahl seiner in Rumänien stationierten Kampfjets vom Typ »Eurofighter« zur Luftraumüberwachung. (AFP/jW)
2022-02-25T19:30:08+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/421503.brd-schickt-korvette-an-nato-ostflanke.html
Aspen-Chef fodert Guantánamo-Schließung
Berlin. Der Direktor des amerikanischen Aspen-Instituts in Berlin, Jeff Gedmin, hat das US-Gefangenenlager in Guantánamo scharf kritisiert und die sofortige Schließung gefordert. In einer Demokratie müsse eine Regierung Beweise vorlegen, wenn sie Menschen einsperren lasse. Das unterlasse die Regierung in Washington aber, sagte Gedmin, der als Anhänger von US-Präsident George W. Bush gilt, der Berliner Zeitung <!-- @page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } (Dienstagausgabe). Der jetzige Zustand sei eine Katastrophe für das Ansehen der USA und fördere den Antiamerikanismus. Das würden auch in der US-Regierung viele erkennen, unternähmen aber nichts, kritisierte der konservative Politikwissenschaftler und Publizist. (ddp/jW)
2006-03-01
https://www.jungewelt.de//artikel/63232.aspen-chef-fodert-guantánamo-schließung.html
Twitter verschiebt neues Abomodell
San Francisco. Der Kurzbotschaftendienst Twitter verschiebt das neue Abomodell mit dem blauen Verifizierungssymbol auf Ende November. Besitzer Elon Musk teilte am Dienstag per Twitter mit, der Start von »Blue Verified« erfolge am 29. November und damit zwei Wochen später als zunächst angekündigt. Er wolle »sichergehen«, dass das neue Modell »felsenfest« sei. Musk reagierte damit auf eine Flut von gefälschten Profilen auf Twitter, nachdem das neue Abomodell vergangene Woche bereits auf I-Phones eingeführt worden war. Das blaue Verifizierungssymbol erhielten alle, die eine Monatsgebühr von acht US-Dollar zahlten. (AFP/jW)
2022-11-16T19:30:05+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/439224.twitter-verschiebt-neues-abomodell.html
Saudi-Arabien erhöht Benzinpreise
Riad. Saudi-Arabien hat die Benzinpreise zum neuen Jahr um mehr als 80 Prozent erhöht. Der Schritt solle helfen, den schnell wachsenden Konsum von Energieprodukten im Königreich zu reduzieren, berichtete die staatliche Saudische Nachrichtenagentur SPA. Die Preise für Normalbenzin (91 Oktan) stiegen demnach von 0,75 Rial auf 1,37 Rial (etwa 0,30 Euro) pro Liter. Superbenzin (95 Oktan) werde statt für 0,90 Rial für 2,04 Rial (etwa 0,45 Euro) verkauft. In den Preisen sei bereits die neue Mehrwertsteuer enthalten, die das Königreich ebenfalls zum 1. Januar eingeführt hatte. Wie in den Vereinigten Arabischen Emiraten werden viele Dienstleistungen und Produkte seit 1. Januar mit fünf Prozent besteuert. Saudi-Arabien versucht derzeit seine Wirtschaft breiter aufzustellen und unabhängiger vom Öl zu machen. (dpa/jW)
2018-01-02
https://www.jungewelt.de//artikel/324474.saudi-arabien-erhöht-benzinpreise.html
Überfälle auf chinesische Studenten in Köthen
Dessau. Nach drei Überfällen auf chinesische Studenten binnen weniger Tage in Köthen (Sachsen-Anhalt) ermittelt der Staatsschutz. Zunächst hatte am 5. Februar ein 25jähriger Student aus China via Internet Strafanzeige gestellt und mitgeteilt, am Bahnhof von Köthen von einer Gruppe Jugendlicher überfallen und geschlagen worden zu sein, wie die Polizei am Donnerstag in Dessau mitteilte. Das Opfer habe die Angreifer als kahlköpfige, schwarz bekleidete Personen beschrieben. Am 10. Februar sei es zu zwei ähnlichen Straftaten im Stadtgebiet von Köthen gekommen, hieß es weiter. Als Motiv der Überfälle werde Fremdenfeindlichkeit vermutet. (AP/jW)
2006-02-17
https://www.jungewelt.de//artikel/62574.überfälle-auf-chinesische-studenten-in-köthen.html
Brandenburg: Hohenzollern sollen verzichten
Potsdam. Das Land Brandenburg hat dem Haus Hohenzollern im Streit über Entschädigungsleistungen (jW berichtete) eine Frist gesetzt. Bis zu diesem Mittwoch soll Georg Friedrich Prinz von Preußen, Chef des Hauses Hohenzollern und Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., erklären, dass er auf Entschädigungsforderungen gegenüber dem Land in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro verzichtet. Dies teilte das Brandenburger Finanzministerium am Dienstag mit. Derzeit ruht ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Potsdam. Das Land will das Geld nicht zahlen. Die Hohenzollern hatten dagegen geklagt. Der Anwalt der Hohenzollern, Markus Hennig, erklärte am Dienstag auf Anfrage, derzeit würden Gespräche mit Bund und Ländern geführt, um gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Wann und wo die Gespräche an diesem Mittwoch stattfinden, wurde zunächst nicht mitgeteilt. (dpa/jW)
2019-07-23T19:30:04+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/359307.brandenburg-hohenzollern-sollen-verzichten.html
Fußball: Gala-Double
Bursa. Der türkische Meister Galatasaray Istanbul hat am Mittwoch in Bursa auch den nationalen Pokal gewonnen. Beim 3:2 gegen Bursaspor gelang dem Torjäger Burak Yilmaz ein Dreierpack. (dpa/jW)
2015-06-05
https://www.jungewelt.de//artikel/266356.fußball-gala-double.html
Dusan Deak: Zuviel Zucker im Salz
Auf Veranlassung von Ernährungsministerin Julia Klöckner haben Lebensmittelforscher in jahrelangen Langzeitstudien, in denen sie tonnenweise Tiefkühlpizza vertilgten, festgestellt, dass Pizza zuviel Zucker enthält. Noch schockierender ist die Erkenntnis, dass auch andere Grundnahrungsmittel wie Bier, Cola und Big Mac vor Zucker nur so strotzen. Den meisten Zucker enthält dennoch Zucker. Bis auf unbedeutende Verunreinigungen durch Hundekot besteht Zucker fast zu 120 Prozent aus Zucker. Nicht minder dramatisch ist die Situation bei Salz, Mehl, Reis, Kartoffeln und anderen gefährlichen Giften. Der Bürger muss sich fragen, ob es gesundheitstechnisch vertretbar ist, beispielsweise Leitungswasser weiterhin bedenkenlos zu konsumieren, statt vorsorglich komplett auf Korn umzusteigen. Die Ernährungsindustrie verspricht Besserung auf Selbstverpflichtungsbasis und sucht schon jetzt nach Zuckerersatz. Vielversprechend sind Versuche, Zucker in Pizza und in Schwarzwälder Kirschtorte durch Lebertran bzw. Currywurst zu ersetzen. Dazu passte in dieser Woche eine Agenturmeldung aus Bayern. CSU-Ex-Hoffnungsträger Karl-Theodor zu Guttenberg äußerte darin den Verdacht, dass im CSU-Parteivorsitzenden, der in vier Wochen gewählt werden wird, möglicherweise zuviel Söder ist.
Dusan Deak
Dusan Deak
2018-12-22
https://www.jungewelt.de//artikel/345945.dusan-deak-zuviel-zucker-im-salz.html
Mexiko protestiert gegen USMCA-Zusatz
Mexiko-Stadt. Das mexikanische Außenministerium hat Ergänzungen zu dem in der vergangenen Woche ratifizierten nordamerikanischen Handelsabkommen USMCA kritisiert. Die entsprechende Gesetzesinitiative, über die der US-Kongress in der kommenden Woche abstimmen soll, enthalte Zusätze, die nicht mit Mexiko abgesprochen seien. Unter anderem heißt es in der Gesetzesvorlage nun, dass fünf Sonderbeauftragte an die US-Botschaft nach Mexiko entsandt werden sollen, um die im USMCA-Vertrag vereinbarten Arbeitsmarktreformen in dem lateinamerikanischen Land zu überwachen. Mexiko versteht das als unfreundlichen Akt und sieht das Vertrauen zwischen den Handelspartnern verletzt. (dpa/jW)
2019-12-15T19:30:01+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/368803.mexiko-protestiert-gegen-usmca-zusatz.html
Griechenland: Premier will EU-Luftabwehrsystem
Athen. Griechenland hat die Einrichtung eines gesamteuropäischen Luftabwehrsystems vorgeschlagen. Dies sagte am Donnerstag Regierungschef Kyriakos Mitsotakis in einem Interview mit dem privaten Athener TV-Sender Skai. Er habe diesen Vorschlag bereits seinen Kollegen in der EU unterbreitet. »Ich denke an ein europäisches Luftverteidigungssystem, das alle europäischen Länder, gegen jede Bedrohung schützt«, sagte Mitsotakis. Es soll ähnlich wie das israelische Raketenabwehrsystems »Iron Dome« funktionieren. EU-Finanzinstrumente sollten für Projekte der Luftverteidigung genutzt werden. (dpa/jW)
2024-05-16T19:30:03+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/475521.griechenland-premier-will-eu-luftabwehrsystem.html
Früherer Finanzminister Hessens gestorben
Wiesbaden. Der langjährige hessische Finanzminister Heribert Reitz ist tot. Der Sozialdemokrat starb am Sonntag in seiner Geburtsstadt Limburg im Alter von 87 Jahren, wie die hessische Staatskanzlei am Montag in Wiesbaden mitteilte. Reitz wurde 1972 vom damaligen Ministerpräsidenten Albert Osswald als Finanzminister ins Kabinett geholt. 1982 übernahm er zudem die Leitung des Wirtschaftsministeriums. Aus Protest gegen die erste Zusammenarbeit von SPD und Grünen in Hessen trat Reitz 1984 zurück. Kein Finanzminister im Land war den Angaben zufolge länger im Amt als er. (dpa/jW)
2018-03-13
https://www.jungewelt.de//artikel/328902.früherer-finanzminister-hessens-gestorben.html
Bundesweite Bezahlkarte für Geflüchtete kommt
Wiesbaden. Asylsuchende sollen künftig bundesweit einen Teil der staatlichen Leistungen als Guthaben erhalten und nicht mehr als Bargeld. 14 Bundesländer einigten sich auf der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) auf die Einführung einer bundesweiten Bezahlkarte für Geflüchtete. Wie der hessische Ministerpräsident und Vorsitzende der MPK, Boris Rhein (CDU), am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, gehen Bayern und Mecklenburg-Vorpommern eigene Wege, wollen aber ebenfalls eine Bezahlkarte einführen. So soll unter anderem verhindert werden, dass Geflüchtete Geld an ihre Familie ins Ausland überweisen können, um so »Anreize für illegale Migration nach Deutschland zu senken«, sagte Rhein. Die Organisation Pro Asyl nannte die Bezahlkarte ein »Diskriminierungsinstrument«. Es werde vor allem der Zweck verfolgt, den Menschen das Leben hier schwer zu machen und sie abzuschrecken. (dpa/jW)
2024-01-31T19:30:03+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/468373.bundesweite-bezahlkarte-für-geflüchtete-kommt.html
US-Grenzpolizei jagt Flüchtlinge
Los Angeles. Kalifornische Grenzpolizisten haben sich am Freitag eine Verfolgungsjagd mit vier Fahrzeugen aus Mexiko geliefert. Drei der Fahrzeuge wurden gestoppt; ein Bus fuhr noch einige Kilometer in Richtung Norden weiter, bevor der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verlor. Bei dem Unfall wurden 21 der 28 Insassen verletzt, davon acht schwer. »Wir denken, daß die Insassen illegale Einwanderer sind«, sagte ein Polizeisprecher. (AFP/jW)
2006-02-13
https://www.jungewelt.de//artikel/62295.us-grenzpolizei-jagt-flüchtlinge.html
Pop: Für die Kids
Noel Gallagher (57) von der Band Oasis kommt ins Museum. Die National Portrait Gallery nimmt ein neues Bild von ihm in die Sammlung auf. Das Schwarzweißfoto soll nach einer Ausstellung, die im November beginnt, dauerhaft im Museum in der Londoner Innenstadt bleiben, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete. Die Nachrichtenagentur zitierte Gallagher mit einem Kommentar. Er sei begeistert und geehrt, dass sein Porträt der Sammlung hinzugefügt werde, sagte der Musiker demnach und bezeichnete sich als »grumpy middle-aged man«: »Der Gedanke, dass das Porträt eines grummeligen, mittelalten Mannes, der es offensichtlich hasst, fotografiert zu werden, ausgestellt wird, damit künftige Generationen es bewundern können, ist sehr besonders. Danke und Lob.« Gemeinsam mit seinem Bruder Liam Gallagher (51) hatte er vor kurzem ein Comeback von Oasis angekündigt. Die Britpopband (»Wonderwall«, »Supersonic«) hatte sich 2009 getrennt. Die beiden Brüder lagen über Jahre miteinander im Streit. Für das kommende Jahr sind nun Konzerte in Großbritannien und Irland angekündigt. (dpa/jW)
Pop
2024-09-09T19:30:04+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/483454.pop-für-die-kids.html
Finanzhilfen für Flughäfen geplant
Berlin. Mit großer Mehrheit haben die Länder einem Vorschlag des Bundes für Coronahilfen für Flughäfen in Höhe von einer Milliarde Euro zugestimmt. Dies erfuhr dpa am Donnerstag aus Teilnehmerkreisen der Finanzministerkonferenz. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) muss nun den Anteil des Bundes von 500 Millionen Euro freigeben. Im aktuellen Bundeshaushalt sind diese Hilfen nämlich noch nicht eingeplant. (dpa/jW)
2021-01-28T19:30:01+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/395352.finanzhilfen-für-flughäfen-geplant.html
USA: Privatkonzern führt Asylpilotprogramm durch
Washington. Ein privates Gefängnisunternehmen wird ein neues US-Pilotprogramm durchführen, bei dem Hunderte von Migranten, die beim Überqueren der Grenze zwischen Mexiko und den USA aufgegriffen werden, unter Hausarrest gestellt werden. Das teilte das US-Ministerium für Heimatschutz am Mittwoch Reuters mit – ein Ansatz, den Kritiker als Erweiterung der gewinnorientierten Haft bezeichnen. BI Incorporated, eine Tochtergesellschaft des privaten Gefängniskonzerns GEO Group, werde demnach das Pilotprogramm durchführen. Derzeit befinden sich 21.000 Migranten in Bundesgefängnissen, etwa 164.000 in »alternativen Programmen zur Inhaftierung«. (Reuters/jW)
2022-02-16T19:30:05+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/420834.usa-privatkonzern-führt-asylpilotprogramm-durch.html
Freispruch für Demonstranten in Zürich
Zürich. Das Obergericht Zürich hat sechs Teilnehmer einer Anti-IS-Demonstration freigesprochen. Wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA am Mittwoch berichtete, hob das Gericht damit einen vorangehenden Schuldspruch auf. Die Demonstranten waren wegen »unbewilligter vorübergehender Benützung öffentlichen Grundes« zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Allerdings hatte die Kundgebung vom 3. Oktober 2014 im Hauptbahnhof Zürich stattgefunden, der unter Verwaltung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) steht und damit nicht der städtischen Polizeiverordnung unterliegt. Deshalb seien die Gesetze, auf welche sich die Anklage gestützt hatte, nicht anwendbar, entschied das Obergericht. (jW)
2017-01-19
https://www.jungewelt.de//artikel/303858.freispruch-für-demonstranten-in-zürich.html
Regierungskoalition in Island geplatzt
Reykjavík. In Island ist die Regierungskoalition geplatzt. Am Montag suchte Ministerpräsident Bjarni Benediktsson Präsidentin Halla Tómasdóttir auf und bat um die Entlassung des Kabinetts und die Auflösung des Parlaments, um Neuwahlen zu ermöglichen. Am Sonntag hatte der liberalkonservative Regierungschef im Sender RUV angegeben, dass Meinungsverschiedenheiten bei den Themen Migration und Energie zum Ende des Bündnisses mit der »Fortschrittspartei« und der Links-Grünen Bewegung geführt hätten. Ein möglicher Wahltermin ist der 30. November. Benediktsson ist seit dem 9. April im Amt. (Reuters/jW)
2024-10-14T19:30:04+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/485772.regierungskoalition-in-island-geplatzt.html
Brief aus Jerusalem: Von Nakba zu Völkermord
Weltweit gedenken Palästinenser der Vertreibung im Jahre 1948, dem Jahr der Staatsgründung Israels. Damals verloren etwa 750.000 Palästinenser ihre Heimat. Sie wurden mit Waffengewalt und durch zahllose Massaker vertrieben. Immer mehr Informationen aus den israelischen Archiven dringen an die Öffentlichkeit zu eben diesen Massakern mit gnadenlosen und wahllosen Morden an Frauen, Männern und Kindern. Viele Berichte über Vergewaltigungen und anschließende Morde an Frauen und Mädchen werden bekannt, ebenso, dass die damalige israelische Führung unter David Ben-Gurion von Anfang an darüber Bescheid wusste und das Töten von Zivilisten forderte, wie aus dem Tagebuch des Staatschefs hervorgeht. All das kann im Detail in der israelischen Zeitung Haaretz nachgelesen werden. Das ganze Jahr 1948 war für die Palästinenser eine einzige große Katastrophe, Nakba auf arabisch. Aber was bedeutet die Nakba für Israel, für die Menschen in dem Land? Eigentlich gar nichts. 1948 ist für sie das Jahr der Staatsgründung, der erste große historische Erfolg für die zionistische Bewegung, die Theodor Herzl 1897 in Basel begründet hatte mit eben dem Ziel, einen jüdischen Staat zu etablieren. Die Palästinenser waren in diesem Kontext eigentlich nur eines: ein Störfaktor, der möglichst schnell und ohne international großes Aufsehen beseitigt werden musste. Genau das konnte 1948 erreicht werden. Die wenigen in Israel verbliebenen Palästinenser wurden unter ein brutales Militärregime gestellt, das bis 1966 andauerte. Auch das nahm kaum ein jüdischer Israeli überhaupt wahr. Der Junikrieg 1967 führte diese Entwicklung fast bruchlos weiter. Neu war, dass nun das gesamte historische Palästina von Israel kontrolliert wurde, »from the river to the sea«. Und auch, dass direkt nach diesem Krieg zwei Stimmen mit schonungsloser Kritik an die israelische Öffentlichkeit herantraten: die marxistische Organisation Matzpen, der jüdische und palästinensische Aktivisten angehörten, und der Philosoph Yehoshua Leibowitz. Letzterer warnte 1967 davor, dass eine andauernde Besatzung die Gefahr in sich berge, dass die israelischen Juden zu Judeofaschisten würden. Matzpen formulierte es noch direkter: Die Besatzung müsse sofort und bedingungslos beendet und die Armee zurückgezogen werden. Denn ein Besatzungsregime würde die Besatzer zu Mördern machen, die wiederum von den Besetzten angegriffen und getötet würden. Doch Israel hält die Besatzung bis heute aufrecht. Seit dem Angriff der Hamas im Oktober 2023 ist in Gaza ein Völkermord in Gang, in dem Zehntausende getötet wurden. In der Westbank hat ein brutaler Prozess der ethnischen Säuberung und Zerstörung begonnen. In Haaretz schreibt Rafi Walden, dass sich die Prophezeiung von Leibowitz gerade heute bewahrheite: Ein großer Teil der Israelis müsse als Judeofaschisten bezeichnet werden. Es gibt inzwischen zwei konträre israelische Positionen zur Nakba. Die eine, die seitens der Regierung und ebenso im Parlament, in dem die Regierung die Mehrheit hat, vertreten wird, fordert in immer neuen Variationen eine neue Nakba für die Palästinenser. Präziser: Sie fordert sie nicht nur, sie führt eine neue und um vieles tödlichere und brutalere Nakba, einen regelrechten Völkermord durch. Ständig neue Aufrufe fordern die massenhafte Ermordung der Menschen in Gaza, explizit auch der Kinder, zuletzt in der Knesset am Mittwoch: schamlos und in aller Offenheit. Die zweite Position wird nur von einer winzigen Minderheit vertreten. Es sind einige hundert, vielleicht zwei- bis dreitausend, die gemeinsam mit einigen tausend Palästinensern an die historische Katastrophe erinnern und gegen die fortgesetzte Nakba protestieren. Dafür werden sie stark angegriffen von den Extremisten und der Polizei; verbal und physisch. Die Stimmung heute in Israel reflektiert dies unübersehbar: Die Mehrheit unterstützt den Völkermord in Gaza und betrachtet ihn als legitim. Das gilt im selben Maße für die ethnische Säuberung in der Westbank und die angekündigte Annexion. Davor verschließen die deutsche Regierung und die deutschen Medien bis heute ihre Augen.
Helga Baumgarten
Gedenken an die Vertreibung der Palästinenser vor 77 Jahren – für den israelischen Staat und seine Gesellschaft waren und sind sie immer nur ein Störfaktor.
1946-48, Israel, Palästina
Brief aus Jerusalem
2025-05-16T19:30:03+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/500210.brief-aus-jerusalem-von-nakba-zu-völkermord.html
Raumfahrt: Brennt gut
Ein von japanischen Forschenden entwickelter Satellit aus Holz ist ins All gestartet. Getestet werden soll mit »Lignosat«, inwieweit sich Holz auch in der Raumfahrt verwenden lässt, wie das Entwicklerteam am Mittwoch erklärte. Der Holzsatellit sei mit einem Versorgungsflug der »Dragon«-Kapsel der privaten Firma Space X vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) zur Internationalen Raumstation ISS gebracht worden, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Aussortierte Holzsatelliten könnten beim Verglühen während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre weniger Probleme durch schädliche Substanzen verursachen, so eine Hoffnung der Wissenschaftler. (dpa/jW)
Raumfahrt
2024-11-06T19:30:04+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/487633.raumfahrt-brennt-gut.html
Tote nach Anschlägen in Somalia
Mogadischu. Bei einem Angriff der dschihadistischen Al-Schabab-Miliz sind nach somalischen Militärangaben im Grenzgebiet zwischen Somalia und Äthiopien Dutzende Menschen getötet worden. Der somalische Militärberater Hassan Mohamud sagte am Freitag gegenüber dpa, Kämpfer hätten somalische Soldaten und äthiopische Polizisten in der somalischen Provinz Bakool angegriffen. Seit Mittwoch seien bei mehreren Anschlägen mindestens 80 Menschen getötet worden. (dpa/jW)
2022-07-22T19:30:06+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/431052.tote-nach-anschlägen-in-somalia.html
Annäherungspolitik: Kuba gedenkt Jimmy Carters
Havanna. Die Menschen in Kuba werden den verstorbenen 39. US-Präsidenten Jimmy Carter nach den Worten von Staatschef Miguel Díaz-Canel »mit Dankbarkeit« in Erinnerung behalten. »Unser Volk wird sich mit Dankbarkeit an seine Bemühungen um die Verbesserung der Beziehungen erinnern«, schrieb Díaz-Canel am Sonntag (Ortszeit) in Onlinenetzwerken mit Blick auf Carters Initiative zur Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen Washington und Havanna. Nach seinem Amtsantritt hatte Carter 1977 die Reisebeschränkungen zwischen den USA und Kuba gelockert. (AFP/jW)
2024-12-30T19:30:04+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/490832.annäherungspolitik-kuba-gedenkt-jimmy-carters.html
Schwimmen: Russland synchron
London. Russland dominiert bei den Europameisterschaften in London das Synchronschwimmen. Im fünften Wettbewerb der EM sorgte Swetlana Romaschina am Donnerstag für den fünften Sieg. Die 26jährige gewann die Technische Kür mit 93,8865 Punkten vor Anna Woloschina (Ukraine, 90,7289) und Linda Cerruti (Italien, 87,1493). Am Mittwoch hatten Romaschina und Natalja Tschetschenko in der Freien Kür der Duette triumphiert, am Dienstag Natalja Ischtschenko im Solo. Bei der EM-Premiere des Mixed-Wettbewerb setzte sich das russische Duo Michaela Kalantscha/Alexander Malzew durch. (dpa/sid/jW)
2016-05-13
https://www.jungewelt.de//artikel/286252.schwimmen-russland-synchron.html
Fußball: Eine Theorie
Potsdam. Auch Fußballfans aus Potsdam bekommen zur Zeit die Konsequenzen der relativistischen Extremismustheorie zu spüren. In einer parlamentarischen Anfrage vom Dienstag bezichtigen die Brandenburger AfD-Fraktionsmitglieder Andreas Kalbitz und Lars Schieske die Anhängerschaft von SV Babelsberg 03 des »Linksextremismus«. Sie fragen u. a., ob Fangruppierungen des Vereins vom Verfassungsschutz des Landes beobachtet würden und Präventionsprogramme geplant seien. Kontakte Babelsberger Fans zu linken Anhängern des Hamburger Klubs FC St. Pauli und von BSG Chemie Leipzig sowie die Mitgliedschaft von Isabelle Vandre, 03-Vorstandsmitglied und Landtagsabgeordnete (Die Linke), in der vom Verfassungsschutz beobachteten »Roten Hilfe« werden als Beweis der »linksextremen« Tendenzen angeführt. Der jüngst im Zuge einer Auseinandersetzung mit dem Bundesvorstand aus der AfD ausgeschlossene Kalbitz und seine extrem rechten Fraktionskollegen versuchen offenkundig wieder in die Offensive zu kommen und sich als entschiedene Streiter gegen Antifaschisten zu profilieren. (jW)
Fußball
2020-08-13T19:30:02+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/384283.fußball-eine-theorie.html
Rauchkultur: Das Ende von etwas
Alle Raucherräume in niederländischen Gaststätten müssen nach einem Beschluss des höchsten Gerichtes im Land geschlossen werden. Eine entsprechende Ausnahmeregelung vom Rauchverbot sei unrechtmäßig, urteilte der Hohe Rat am Freitag in Den Haag. Seit 2008 darf im Prinzip in holländischen Cafés, Kneipen und Restaurants nicht mehr geraucht werden. Allerdings galt eine Ausnahme für spezial eingerichtete Raucherräume. Dagegen hatte die »Clean Air Nederland«, die sich für eine rauchfreie Gesellschaft einsetzt, geklagt. Die Ausnahmeregelung verstößt nach Auffassung der Richter gegen einen Vertrag der Weltgesundheitsorganisation WHO, dem sich die Niederlande angeschlossen hatten. (dpa/jW)
Rauchkultur
2019-09-27T19:30:01+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/363775.rauchkultur-das-ende-von-etwas.html
Brauer planen höheren Bierpreis
Kreuztal/Meschede. Bier könnte bald teurer werden. Die beiden großen Brauer Krombacher und Veltins haben Preiserhöhungen sowohl für ihr Flaschenbier als auch für Fassbier zum Herbst hin angekündigt. Damit werden nicht nur Großkunden dieser Brauereien im Handel mit Preiserhöhungen konfrontiert, sondern auch viele Abnehmer in der Gastronomie. Allerdings verzeichnen Marktforscher so viele Aktionspreise im Handel wie lange nicht. (dpa/jW)
2025-06-12T19:30:08+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/501865.brauer-planen-höheren-bierpreis.html
Prozess gegen Höcke wegen SA-Parole
Naunburg. Björn Höcke, der Landes- und Fraktionschef der Thüringer AfD, muss sich wegen des mutmaßlichen Verwendens der verbotenen SA-Losung »Alles für Deutschland« vor dem Landgericht Halle verantworten. Das hat das Oberlandesgericht Naumburg entschieden und damit einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft stattgegeben, wie es am Donnerstag mitteilte. Am 29. Mai 2021 soll er eine Rede in Merseburg (Saalekreis) mit der Formel »Alles für unsere Heimat, alles für Sachsen-Anhalt, alles für Deutschland« beendet und dabei gewusst haben, dass der letzte Teil ein verbotener Ausspruch ist. Nach Angaben des Büros von Höcke ist es das erste Mal, dass Ermittlungen auch zu einem Strafverfahren gegen ihn führten. Wann der Prozess beginnen soll, war zunächst unklar. (AFP/jW)
2023-11-30T19:30:04+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/464305.prozess-gegen-höcke-wegen-sa-parole.html
Chinas Premier verurteilt Konfrontationen im Handel
Dalian. Chinas Premierminister Li Qiang hat »konfrontative Handelspraktiken« des Westens, der durch wirtschaftliche Abkopplung von China eine »Blockkonfrontation« vorantreibe, verurteilt. Beim Weltwirtschaftsforum (WEF) im chinesischen Dalian bekräftigte Li laut South China Morning Post am Dienstag, der chinesische Markt werde offen bleiben. Beijing werde weiterhin das Geschäftsumfeld des Landes optimieren und das jährliche Wachstumsziel des Bruttoinlandsprodukts von rund fünf Prozent erreichen. Durch stetige »Maximierung der Eigeninteressen« könne die Weltwirtschaft allerdings in einen »Teufelskreis« gestürzt werden, so Li. (jW)
2024-06-25T19:30:04+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/478131.chinas-premier-verurteilt-konfrontationen-im-handel.html
Dänische Post sendet bald keine Briefe mehr
Kopenhagen. Das Postunternehmen Postnord wird ab 2026 keine Briefe mehr in Dänemark zustellen. In dem Zusammenhang sollen rund 1.500 Stellen gestrichen und sämtliche öffentliche Briefkästen im Land abgebaut werden, wie das staatliche Unternehmen Dänemarks und Schwedens mitteilte. Dänemark sei eines der am stärksten digitalisierten Länder, und die Zahl der versendeten Briefe sei seit dem Jahr 2000 um 90 Prozent gesunken, hieß es in der Mitteilung. Heute liegt das »günstigste« Porto für einen Brief innerhalb Dänemarks mit einer Lieferzeit von bis zu fünf Tagen bei knapp vier Euro. (dpa/jW)
2025-03-06T19:30:03+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/495475.dänische-post-sendet-bald-keine-briefe-mehr.html
Verbraucherzentralen fordern mehr Infos
Berlin. In der Debatte um Billigangebote für Lebensmittel fordern die Verbraucherzentralen mehr Informationen für Kaufentscheidungen im Supermarkt. »Der Preis ist keine Orientierung für Qualität«, sagte der Chef des Verbraucherzentrale-Bundesverbands, Klaus Müller laut dpa-Meldung von Mittwoch. Es stimme nicht mehr, dass teure Lebensmittel automatisch gut seien und preiswerte automatisch schlecht. Nötig sei deswegen, Verbrauchern das Leben zu erleichtern, sie nicht für dumm zu verkaufen und deutlich zu machen, wo es unterschiedliche Produkt- und Prozessqualitäten gebe. Dann würden »wir auch eine ausdifferenzierte Zahlungsbereitschaft erleben«. (dpa/jW)
2020-01-08T19:30:02+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/370198.verbraucherzentralen-fordern-mehr-infos.html
Berlin: Sowjetisches Ehrenmal geschändet
Berlin. Das Sowjetische Ehrenmal im Berliner Ortsteil Alt-Hohenschönhausen ist mit mehr als 20 Hakenkreuzen beschmiert worden. Die Hakenkreuze seien ungefähr 20 mal 20 Zentimeter groß und auf einer Fläche von sieben mal zwei Metern verteilt gewesen, sagte eine Polizeisprecherin am Montag morgen. Ein Zeuge hatte die Schmierereien am Sonntag abend bemerkt und die Polizei verständigt. Die Einsatzkräfte machten die Schmierereien unkenntlich. Das 1947 errichtete Ehrenmal ist den sowjetischen Soldaten gewidmet, die bei der Einnahme von Hohenschönhausen im Zweiten Weltkrieg gefallen waren. (dpa/jW)
2023-11-27T19:30:04+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/464102.berlin-sowjetisches-ehrenmal-geschändet.html
Gibt Mut
Es ist auch für uns ermutigend: Dutzende Leserinnen und Leser, die die jW bisher online gelesen oder am Kiosk gekauft haben, schickten uns mittlerweile einen ausgefüllten Abocoupon zu oder bestellten im Internet unter www.jungewelt.de/abo. Fast alle begründeten auf vielfältige Weise, warum sie ihre Presse mit ihrem Abo halten wollen. Einige lieferten zum Text das passende Foto an Verlag 8. Mai GmbH, Torstr. 6, 10119 Berlin bzw. [email protected]. Zu ihnen gehört Michael M. aus ­Wien. Seine Abobestellung begründete Michael damit, dass »die junge Welt (...) mehr ist, als eine Tageszeitung. Ihre Funktion ist es nicht nur, uns (…) aktuell über die Geschehnisse in der Welt zu informieren, sondern auch Hintergründe und Analysen zu liefern, die für uns ein Werkzeug sind, die Welt zu verstehen, das aktuelle kapitalistische System in Frage zu stellen und darüber hinaus zu denken. Die junge Welt gibt uns Mut, für Alternativen zu kämpfen, und ist somit auch ein ›kollektiver Organisator‹ (Lenin).« Neuabonnent Kevin K. hebt die Unterschiede zur journalistischen Praxis anderer Medien hervor: »Nahezu alle Blätter vertreten eine immer konservativere Meinung. Beispielsweise die Berichterstattung über die Wahlen in der Türkei war in der Zeit und dem Spiegel katastrophal. Im Interesse unserer Regierung wurden Manipulation und Propaganda nicht ansatzweise so ausführlich behandelt, wie es in der jungen Welt der Fall war. Allgemein sind derartige Zeitungen so selektiv, dass Themen, die nicht grade zu den ›Schlagzeilen‹ gehören, kaum mehr behandelt werden. Von der jungen Welt kann ich begeistert (...) das Gegenteil behaupten. Auch wenn dies eigentlich zur Norm gehören sollte.« Kevin möchte nach Beendigung seines Probeabos »definitiv weiterhin die junge Welt lesen«. Allerdings ist er derzeit im letzten Schuljahr vor der Absolvierung seines Abiturs und wird deshalb mit einem Sozialabo einsteigen. Ein Print-Sozialabo bestellten auch Olya und Sascha M., denen der Umstieg vom Onlineabo finanziell nicht leicht fällt, die aber als Print-Probeabonnenten merkten, dass »eine frisch gedruckte Zeitung in der Hand eben doch etwas anderes ist, als Computerbildschirmlesen«. Beide führten noch andere Gründe an, ihren Abobeitrag zu erhöhen, indem sie uns wissen ließen: »Ihre Zeitung ist super. Es ist eine Freude sie zu lesen, nicht wegen der Themen, denn diese sind wenig erfreulich. Aber man merkt eben, dass sie nicht abhängig sind, dass kein Unternehmen Ihnen diktiert, was Sie zu schreiben haben.« Das soll auch weiterhin so bleiben. Darum: Halten Sie Ihre Presse! Abonnieren Sie jetzt! Nutzen Sie den nebenstehenden Coupon oder www.jungewelt.de/abo. Verlag und Redaktion
Warum jW-Leserinnen und -Leser ihre Presse halten
junge Welt, Medien
2015-11-14
https://www.jungewelt.de//artikel/275170.gibt-mut.html
Bahn will Neubaustrecke fürs Inntal
Rosenheim. Der Ausbau der bestehenden Bahnstrecke durchs bayerische Inntal Richtung Brenner ist als dauerhafte Alternative zu einer Neubaustrecke vom Tisch. Das teilte der Projektleiter der Deutschen Bahn, Torsten Gruber, am Montag in Rosenheim mit. Bürgerinitiativen hatten diese Lösung gefordert. Sie reagierten enttäuscht. Mit der neuen Gleistrasse sollen die Kapazitäten für den Verkehr zum Brennerbasistunnel erweitert werden. Mit dem Projekt sollen ab etwa 2028 mehr Güter auf die Schiene gebracht und die Brennerroute soll vom Lastwagenverkehr entlastet werden. (dpa/jW)
2019-07-01T19:30:02+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/357843.bahn-will-neubaustrecke-fürs-inntal.html
Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth: Reiz der Quelle
Das Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth hat eine bedeutende Handschrift Richard Wagners (1813–1883) ersteigern können. Die Erstfassung des Librettos der Oper »Tannhäuser« galt lange als verschollen. Bei einer Auktion von Christie’s in London erhielt das Nationalarchiv den Zuschlag. Bei den Kosten von rund 140.000 Euro unterstützten die Kulturstiftung der Länder und die Oberfrankenstiftung – sie übernahmen je ein Drittel. »Wagner-Handschriften in diesem Umfang sind relativ selten«, sagte der Bayreuther Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU). Das nun ersteigerte Libretto sei das bedeutendste Manuskript Wagners, das in den vergangenen 20 Jahren auf den Markt gekommen ist. Die Handschrift enthält zahlreiche Korrekturen, Streichungen und Ergänzungen. (dpa/jW)
Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth
2025-05-23T19:30:03+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/500665.richard-wagner-stiftung-bayreuth-reiz-der-quelle.html
Sorbonne unter Polizeibewachung
Paris/Bordeaux. Nach dem Kampf gegen die Abschaffung des Kündigungsschutzes ist der Lehrbetrieb an der Pariser Sorbonne-Universität am Montag wieder angelaufen. Der Eingang der traditionsreichen Hochschule im Herzen der französischen Hauptstadt wurde allerdings durch mobile Gendarmerieeinheiten abgeriegelt, eingelassen wurden nur Studenten und Personal mit gültigen Ausweisen. Auf dem Sorbonne-Platz forderten unbeugsame Studenten mit Flugblättern von der bürgerlichen Regierung die Rücknahme weiterer Arbeitsmarkt-Reformen. Die Sorbonne war nach einer gewaltsam beendeten Besetzung seit dem 11. März geschlossen gewesen. Es war die längste Unterbrechung des Lehrbetriebes im Quartier Latin seit den Studentenrevolten von 1968, als die Sorbonne Zentrum der Proteste gewesen war. In der weiter teilweise besetzten Universität Bordeaux III kamen am Wochenende Studentenvertreter aus ganz Frankreich hinter verschlossenen Türen zusammen. Eine Sprecherin sagte anschließend, die Beteiligung an den Protesten sei nach der Rücknahme des Erstanstellungsvertrages CPE zwar gesunken. Es habe aber »keinen Sinn aufzuhören«. (AFP/jW)
2006-04-25
https://www.jungewelt.de//artikel/66309.sorbonne-unter-polizeibewachung.html
Kobler will Einsatz der Bundeswehr in Libyen
Berlin. Der neue UN-Sonderbeauftragte für Libyen, Martin Kobler, hat sich für einen deutschen »Ausbildungseinsatz« in dem Bürgerkriegsland ausgesprochen. »Sobald die Sicherheitslage in dem Land besser ist, kann ich mir vorstellen, dass sich Deutschland an der Ausbildung von Sicherheitskräften in Libyen beteiligt«, sagte Kobler der Bild am Sonntag. Auch einen internationalen Militäreinsatz zur Bekämpfung der Dschihadistenmiliz »Islamischer Staat« (IS) wie in Syrien schloss er der Zeitung zufolge nicht aus. Vier Jahre nach dem von der NATO herbeigebombten Sturz von Staatschef Muammar Al-Ghaddafi ist das Land tief gespalten. Zwei Regierungen und zwei Parlamente beanspruchen, es zu führen. Mitte Dezember unterzeichneten mehrere Gruppen in Marokko einen UN-Friedensplan, der die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit vorsieht. (Reuters/dpa/jW)
2016-01-04
https://www.jungewelt.de//artikel/278263.kobler-will-einsatz-der-bundeswehr-in-libyen.html
Linke: Mitgliederentscheid nicht spruchreif
Berlin. Wie Spiegel online am Dienstag abend meldete, wolle der »Fundi-Flügel« der Linkspartei die Mitglieder entscheiden lassen, welche Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl 2017 antreten werden und leitete daraus einen »parteiinternen Machtkampf« ab. Auf Nachfrage von jW bei dem in dem Spiegel-Beitrag genannten Bundestagsabgeordneten Wolfgang Gehrcke sagte dieser, dass dies bisher lediglich eine Idee von ihm und anderen Linke-Politikern sei. Darüber habe er den Bundesausschuss der Partei in einer Mail informiert. »Es gibt weder einen Entschluss, so etwas zu machen, noch einen entsprechenden Text dazu«, so Gehrcke weiter. (jW)
2016-10-27
https://www.jungewelt.de//artikel/296175.linke-mitgliederentscheid-nicht-spruchreif.html
EU-Handelsüberschuss gegenüber USA steigt
Brüssel. Der von US-Präsident Donald Trump vielfach kritisierte Exportüberschuss der EU-Länder im Handel mit den USA hat sich im ersten Halbjahr weiter vergrößert. Der Wert der in die Vereinigten Staaten ausgeführten Waren übertraf den der von dort eingeführten um fast 75 Milliarden Euro, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum betrug der Überschuss 67 Milliarden Euro. Die US-Administration will die Bilanz durch Einfuhrzölle auf EU-Waren verbessern. Trump hatte immer wieder mit Strafzöllen auf europäische Autos gedroht. Davon wären vor allem deutsche Anbieter wie Volkswagen, BMW und Daimler betroffen. Während die EU-Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft in den ersten sechs Monaten um 10,9 Prozent auf 219,4 Milliarden Euro zulegten, stiegen die Importe aus den USA um lediglich 10,6 Prozent auf 144,7 Milliarden Euro. (dpa/jW)
2019-08-16T19:30:02+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/360945.eu-handelsüberschuss-gegenüber-usa-steigt.html
Sexualisierte Gewalt: Der Vorfall
Wenige Tage vor der Premiere seines jüngsten Films sind gegen Roman Polanski (86) neue Vergewaltigungsvorwürfe öffentlich geworden. Die französische Schauspielerin und Fotografin Valentine Monnier beschuldigt in einem Medienbericht den polnisch-französischen Regisseur (»Der Pianist«), sie 1975 als 18jährige in der Schweiz vergewaltigt zu haben. Polanski weist die Anschuldigungen zurück. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag unter Berufung auf Polanskis Anwalt Hervé Temime berichtete, erwägt der Regisseur juristische Maßnahmen gegen die Veröffentlichung dieser Aussagen. Der Vorfall sei verjährt und der Justiz nie zur Kenntnis gebracht worden, erklärte Temime zuvor auch der Tageszeitung Le Parisien, die die Enthüllungen von Monnier am Freitag veröffentlicht hatte. In der Tageszeitung beschreibt die heute 63jährige detailliert den Vorfall. Sie sei der Einladung einer Bekannten von ihr in das Chalet von Polanski in Gstaad gefolgt. Bereits am Skilift hätte er ihr ein sexuelles Angebot gemacht, erzählte sie. Wieder zurück im Chalet hätte er sie in sein Stockwerk gerufen und nackt empfangen. Er sei extrem gewalttätig gewesen, habe sie geschlagen, bis sie aufgegeben habe. In Briefen hatte sich Monnier in den vergangenen zwei Jahren auch an mehrere Instanzen und Personen gewandt, darunter die französische Präsidentengattin Brigitte Macron. Deren Büro bestätigte der AFP am Samstag die Existenz zweier Briefe. Polanskis Film »J’accuse« kommt an diesem Mittwoch in die französischen Kinos. Das Drama handelt von dem jüdischen französischen Offizier Alfred Dreyfus, der 1894 in Paris zu Unrecht wegen angeblichem Landesverrat verurteilt wurde. Die Produktion des Films kostete 20 Millionen Euro, Polanski wurde dafür auf dem diesjährigen Filmfestival in Venedig mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. (dpa/jW)
Sexualisierte Gewalt
2019-11-11T19:30:02+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/366638.sexualisierte-gewalt-der-vorfall.html
Familientreffen von Nord- und Südkoreanern
Seoul. Eine erste Runde von Familientreffen zwischen Südkoreanern und ihren Angehörigen in der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK) ist nach drei Tagen zu Ende gegangen. Die seit über 65 Jahren getrennt lebenden Familienmitglieder trafen sich von Montag bis Mittwoch in einem nordkoreanischen Feriengebiet am Berg Kumgang. Etwa 280 Menschen hatten an dieser ersten Familienzusammenführung seit Oktober 2015 teilgenommen. Eine zweite Runde ist von Freitag bis Sonntag geplant. (dpa/jW)
2018-08-23
https://www.jungewelt.de//artikel/338422.familientreffen-von-nord-und-südkoreanern.html
Revolution im Sudan 2019: »Protest, Kunst und Politik sind hier eng verzahnt«
Sie forschen zur Rolle von Kultur und Ästhetik im sudanesischen Volksaufstand 2018/19. Welchen Einfluss hatte die Kunst beim Sturz des Regimes von Omar Al-Baschir? Mit der sogenannten Dezemberrevolution 2018 kam es zu einem enormen Ausbruch künstlerischer Praktiken im öffentlichen Raum. Künstler gestalteten Wandbilder, machten Musik auf den Straßen, sprühten Gedichte an Hauswände, und die Protestierenden riefen Parolen und rezitierten Gedichte. Bis dahin war Kunst praktisch nicht präsent im öffentlichen Raum. Es gab nur wenige Galerien; Wandmalereien waren verboten und wurden kaum praktiziert. Mit der Islamisierung unter dem vorherigen Präsidenten Omar Al-Baschir wurde die Kunst zunehmend ausgetrocknet. Der Platz vor dem Militärhauptquartier, den die Protestierenden 2019 mehrere Monate besetzten, verwandelte sich dann in einen Ort für Theater, Musik und Kunst. In den Liedtexten, Gedichten und Wandbildern drückten die Künstler und Aktivisten ihre politischen Forderungen und Wünsche für einen neuen Sudan aus. Die Kunst transportierte also nicht nur die Botschaften der Massen, sie formte auch die Vorstellungen über eine neue Zukunft des Sudans. Protest, Kunst und Politik sind hier eng verzahnt. Dabei nahmen die Künstler Inhalte und Genres der zwei vorherigen Revolutionen im Sudan auf. Das heißt, Menschen konnten sich auf etwas Vertrautes beziehen, was wiederum Gefühle der Solidarität und des Aufbruchs weckte. Ein zentrales Ergebnis meiner Forschung ist, dass sich mit der Revolution spezifische ästhetische Stile und Genres herausbildeten. Welchen Einfluss hatte die »Dezemberrevolution« auf die Kunst sowie das Verhältnis zwischen den Geschlechtern und Ethnien? Viele junge Menschen waren begeistert von den künstlerischen Produktionen und wurden von den Eindrücken inspiriert, selbst Kunst zu machen. Es bildeten sich Kollektive, die anfingen, ihre kreativen Praktiken auszubauen und professionell zu betreiben. Ebenso eröffneten neue Galerien und Kulturzentren in Khartum und Omdurman, die Künstlern einen Raum boten und die Ideen des sozialen und politischen Wandels ausdrückten. Die Kulturszene ist enorm aufgeblüht und hat die Städte belebt. Junge Frauen haben sich dabei aktiv eingebracht, viele Wandbilder gemalt, Gedichte bei Protesten rezitiert und Musik gemacht. Damit haben sie den öffentlichen Raum eingenommen, was wiederum zu ihrer eigenen Selbstermächtigung beitrug. Insgesamt hoben die Künstler und Aktivisten immer wieder die Einheit des Sudans hervor. Welche Rolle kommt der Kunst bei dem Gedenken an die Gefallenen des Aufstandes zu? Die Erinnerung an die Menschen, die während der Proteste 2018/19 und nach dem Militärputsch 2021 von »Sicherheitskräften« getötet wurden, ist enorm wichtig. An sie wird in Gedichten und Wandbildern erinnert. Sie sollen nicht vergessen werden, und damit wird auch die Erinnerung an das Streben nach Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden, für das diese Menschen gestorben sind, hochgehalten. Es hatte sich ein Kollektiv aus Künstlern gegründet, das speziell zu den Märtyrern forschte und Wandbilder malte, um an sie und ihre Forderungen zu erinnern. Dieser Teil der Erinnerungskultur war für die Aufrechterhaltung der Proteste unter repressiven Bedingungen sehr wichtig. Wie ist die Situation aktuell für Künstler im und aus dem Sudan? Die Situation der Künstler ist sehr schlecht. Viele flohen in Nachbarländer, einige haben sich in Port Sudan niedergelassen und dort Studios aufgemacht. Doch die meisten, mit denen ich arbeitete, sind nach Nairobi, Kairo oder Kampala geflüchtet, einige auch in die Golfstaaten. Nairobi ist ein Knotenpunkt für Kunst in Ostafrika, und es bestanden bereits vor dem Krieg kreative Verbindungen zwischen Kenia und dem Sudan. Mit der Zeit haben die Künstler neue Netzwerke aufgebaut. Sie organisieren im Exil Ausstellungen und Events, wie beispielsweise Filmfestivals, und tragen dazu bei, sudanesische Kunst bekannter und vor allem auf den Krieg aufmerksam zu machen. In Anbetracht der Medien, die kaum über den Sudan berichten, ist das sehr wichtig.
Richard Malone
Ein Gespräch mit der Ethnologin Valerie Hänsch über die Rolle von Kultur und Ästhetik im sudanesischen Volksaufstand 2018/2019.
Kenia, Kunst, Lyrik, Sudan
Revolution im Sudan 2019
2025-05-23T19:30:03+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/500619.revolution-im-sudan-2019-protest-kunst-und-politik-sind-hier-eng-verzahnt.html
HipHop: Ice-Zeit
Schmuck von HipHop-Stars wie Nicki Minaj, Erykah Badu und A$AP Rocky kommt in New York ins Museum. Das American Museum of Natural History, normalerweise eher für Dinosaurierskelette und Schmetterlinge bekannt, zeigt ab 9. Mai die Ausstellung »Ice Cold: An Exhibition of HipHop Jewelry«. Die Schau solle »den kulturellen Einfluss des HipHops durch atemberaubenden Schmuck, den einige seiner legendärsten Stars getragen haben«, zeigen, hieß es von dem Museum am Central Park in Manhattan. (dpa/jW)
HipHop
2024-03-10T19:30:03+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/471086.hiphop-ice-zeit.html
Literatur: Soziale Spaltung
Für ihren Text »Bauernkriegspanorama« ist die österreichische Schriftstellerin Kathrin Röggla mit dem Wortmeldungen-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung wurde am Sonntag als Radiosendung auf HR 2 Kultur ausgestrahlt. In ihrem Text entwerfe Röggla »das Bild einer Gesellschaft, die von Spaltungsprozessen und gesellschaftlicher Regression geprägt ist«, teilten die Veranstalter online mit. Die Stiftung würdigt jährlich kritische Kurztexte, die sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen. (dpa/jW)
Literatur
2020-11-16T19:30:01+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/391079.literatur-soziale-spaltung.html
Baubranche: Mehr Profit trotz Corona
Wiesbaden. Nicht in jeder Branche kriselt es, die Unternehmensspitzen im Bauhauptgewerbe profitieren sogar. Der Boom für die Baubranche in Deutschland habe sich im Februar fortgesetzt. Die Umsätze lagen demnach um zehn Prozent über denen des Vorjahresmonates, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. In den ersten beiden Monaten 2020 seien die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent gestiegen. Die Zahl der Beschäftigten habe sich nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde um 2,3 Prozent erhöht.(dpa/jW)
2020-05-08T19:30:01+02:00
https://www.jungewelt.de//artikel/377977.baubranche-mehr-profit-trotz-corona.html
Fußball: Gerechte Punkteteilung
Köln. Titelverteidiger VfL Wolfsburg hat in der Frauenfußball-Bundesliga am Mittwoch nach zuvor zehn Siegen in Serie erstmals Punkte eingebüßt. Ein hochklassiges Spitzenspiel bei Turbine Potsdam endete 1:1. Die Führung des VfL durch Ewa Pajor (64.) glich Viktoria Schwalm in der 83. Minute zur gerechten Punkteteilung aus. Während der VfL mit 31 Punkten souverän Herbstmeister wurde, verteidigten die daheim weiter unbesiegten Potsdamerinnen Tabellenplatz drei. Schärfster Verfolger der Wolfsburgerinnen ist unverändert der FC Bayern, der das sieglose Schlusslicht Borussia Mönchengladbach mit 9:0 (7:0) abfertigte. (sid/jW)
Fußball
2018-12-07
https://www.jungewelt.de//artikel/345025.fußball-gerechte-punkteteilung.html
Marx-Statue beschmiert mit Hakenkreuzen
Trier. Mit weißen Permanentmarkern hatten Unbekannte die Karl-Marx-Statue am Simeonstiftplatz in Trier beschmiert. Vier Hakenkreuze seien aufgemalt worden, zudem faschistische Parolen und Verunglimpfungen des Namens von Karl Marx, wie die Zeitung Trierischer Volksfreund am Montag online berichtete. Städtische Arbeiter haben das Denkmal noch am Wochenende demnach rückstandslos reinigen können. Die 4,40 Meter hohe Statue hatte die Volksrepublik China im Jahr 2018 der Stadt Trier zum 200. Geburtstag von Marx geschenkt. (jW)
2019-11-19T19:30:02+01:00
https://www.jungewelt.de//artikel/367189.marx-statue-beschmiert-mit-hakenkreuzen.html
Netanjahu droht Hamas mit »gewaltigen Schlägen«
Gaza. Nach Monaten blutiger Grenzproteste im Gazastreifen hat Israel der dort herrschenden Hamas mit einer neuen Militäroperation gedroht. »Die Hamas hat die Botschaft offenbar nicht verstanden», sagte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu am Sonntag bei einer Kabinettssitzung in Jerusalem. »Wenn sie die Angriffe und die Gewalt gegen uns nicht stoppen, werden diese auf andere Weise gestoppt.« Man sei sehr nah an »Aktivitäten anderer Art, die sehr gewaltige Schläge einschließen«, drohte Netanjahu. Bei neuen Protesten an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen waren am Freitag sieben Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen worden. Nach Angaben des israelischen Militärs hatten sich rund 15.000 Palästinenser an der Grenze versammelt und Steine, Brandsätze und Granaten geworfen. (dpa/jW)
2018-10-15
https://www.jungewelt.de//artikel/341605.netanjahu-droht-hamas-mit-gewaltigen-schlägen.html
UNICEF: Zahlreiche Kinder im Nahen Osten getötet
Amman. Bei den verschiedenen bewaffneten Konflikten im Nahen Osten sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF seit Jahresbeginn bereits mehr als 80 Kinder ums Leben gekommen. »Allein im Januar wurden bei der eskalierenden Gewalt im Irak, in Libyen, Palästina, Syrien und dem Jemen mindestens 83 Kinder getötet«, sagte der UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, Geert Cappelaere, am Montag in Amman. Mit 59 Minderjährigen, die in Syrien starben, war dort die Opferzahl besonders hoch. Die Kinder seien durch Kampfhandlungen oder Selbstmordattentate getötet worden oder auf der Flucht erfroren, sagte Cappelaere. Er verwies zudem auf die katastrophalen Lebensumstände in den Konfliktregionen: »Nicht Hunderte, nicht Tausende, sondern Millionen von Kindern im Nahen Osten und Nordafrika werden ihrer Kindheit beraubt«, sagte Cappelaere. (AFP/jW)
2018-02-06
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